Bärenstark trotz Winterruhe
24. April 2007 19:39
Wenn Schwarzbären im Frühling aus ihren Höhlen kommen, sind sie erstaunlich gut in Form. Das haben amerikanische Biologen und Mediziner ermittelt. Selbst nach beinahe viermonatiger Winterruhe haben die Tiere nur 30 Prozent an Kraft und wenig an Ausdauer eingebüßt.
Menschliche Teilnehmer von Bettruhe-Studien verlören dagegen binnen 90 Tagen fast 55 Prozent ihrer Kraft, schreiben Thomas Lohuis vom Alaska Department of Fish and Game im Fachblatt “Physiological and Biochemical Zoology”. Und bei Astronauten seien es gut zehn Prozent während eines zweiwöchigen Aufenthalts in Schwerelosigkeit.
Lohuis und Kollegen untersuchten sechs Schwärzbären zu Beginn und gegen Ende der Winterruhe. Die Unterschenkel der pelzigen Probanden wurden derart in eine stabile Schiene eingespannt, dass die Tatze auf einer Kraftmessplatte ruhte. Mit dieser, aus der Neurologie entlehnten Vorrichtung testeten die Forscher, wie kräftig und wie schnell sich die Beinmuskulatur zusammenziehen konnte und wie rasch sie bei wiederholter Beanspruchung ermüdete.
Im Einklang mit diesen Messungen bauten die Bären im Laufe des Winters höchstens zehn Prozent Muskelmasse ab, ermittelten die Forscher. In dieser Hinsicht seien die Schwarzbären anderen Winterschläfern wie Erdhörnchen und Präriehunden überlegen - und das, obwohl ihre Körpertemperatur während der Ruhephase bis zu 30 Grad Celsius höher sei als die der sehr viel kleineren Säuger.
Forschung: Thomas D. Lohuis, Kenai Moose Research Center, Alaska Department of Fish and Game, Soldotna; Paul A. Iaizzo, Department of Anesthesiology, University of Minnesota, Minneapolis; und andere
Veröffentlichung Physiological and Biochemical Zoology, Vol. 80(3), pp 257-69
WWW:
Alaska Department of Fish and Game
- The Bears of Winter
Hibernation
American Black Bear (Ursus americanus)
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