Posted in: Astronomie 18. April 2007 14:38 Weiter lesen →

Radio-aktive Braune Zwerge

Braune Zwerge sind zu leicht, als dass sie wie normale Sterne leuchten könnten. Kräftige Strahlungspulse können sie dennoch aussenden, haben irische Astronomen entdeckt. Einige der „gescheiterten Sterne“ verhalten sich wie kosmische Leuchttürme und senden enge Bündel von Radiowellen aus.

Illustration eines Braunen Zwergs mit 'Super-Polarlichtern': rötlich schimmernde Kugel mit einer Art Wolkenkranz um den Nordpol, darin eine hell strahlende Lichtquelle

Die Radiopulse einiger Braunen Zwerge könnten auf eine Art „Super-Polarlicht“ zurückgehen. Illustration: Copyright National University of Ireland, Armagh Observatory, National Radio Astronomy Observatory, United States Naval Observatory & Vatican Observatory, Arizona

„Diese Kegel rotieren mit den Braunen Zwergen und wir registrieren sie, wenn sie die Erde streifen“, erläutert Gregg Hallinan von der National University of Ireland, Galway. Ähnliche Pulse seien von den Überresten ausgebrannter Sterne, den Pulsaren, und auch von Planeten im Sonnensystem bekannt. „Wir glauben nun, dass Braune Zwerge das fehlende Bindeglied darstellen“, so der Forscher.

Braune Zwerge besitzen höchstens das 80fache der Jupitermasse. Ihre Schwerkraft reicht nicht aus, um dauerhaft genügend hohe Drücke und Temperaturen für eine Kernfusion aufrecht erhalten zu können. Dennoch glimmen sie nicht einfach nur vor sich hin, beobachteten Hallinan und Kollegen mit dem Very Large Array im US-Bundesstaat New Mexico. Drei von den Forschern studierte Vertreter senden im steten Rhythmus von zwei bis drei Stunden intensive Radiopulse aus.

Diese Pulse seien um ein Vieltausendfaches heller als die von der Sonne abgegebene Radiostrahlung, so die Forscher. Ihrer Ansicht nach stammt die Strahlung von Elektronen, die im Magnetfeld der Braunen Zwerge beschleunigt werden, und wird dann durch einen Laser-artigen Prozess verstärkt. „Braune Zwerge werden häufig für etwas langweilig gehalten, ähnlich galaktischen Aschenputteln“, so Hallinan. „Unsere Arbeit zeigt jedoch, dass diese Objekte faszinierende, dynamische Systeme sein können.“

Forschung: Gregg Hallinan, Stephen Bourke, Caoilfhionn Lane und Aaron Golden, Computational Astrophysics Laboratory, National University of Ireland, Galway; Walter F. Brisken, National Radio Astronomy Observatory, Socorro, New Mexico; und andere

Präsentation auf dem 2007 RAS National Astronomy Meeting, Preston; Veröffentlichung Astrophysical Journal, Vol. 653(1), pp 690-9, DOI 10.1086/508678

WWW:
Ultra-cool Stars Group, NUI Galway
Brown Dwarfs
Very Large Array

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Planetengroßer Beinahe-Stern könnte Planeten bekommen

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