Alkohol stört Schlaf-Atmung
Montag, 16. April 2007, 6:01 • Rubrik Gesundheit, Medizin.
Wer zum Schnarchen neigt, sollte seinen Alkoholkonsum generell einschränken. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Mediziner nach einer Studie mit rund 1.400 Probanden. Zumindest die männlichen Teilnehmer wiesen umso eher nächtliche Atemaussetzer auf, je mehr Alkohol sie für gewöhnlich tranken.
Für jedes zusätzliche tägliche Bier oder Glas Wein stieg die Wahrscheinlichkeit solcher Atemaussetzer um rund 25 Prozent, berichtet die Gruppe um Paul Peppard von der University of Wisconsin-Madison im “Journal of Clinical Sleep Medicine”. Phasen blockierter Atmung und das nachfolgende, lautstarke Luftholen sind nicht nur lästig für die Partner. Sie erhöhen auch das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verringern die Leistungsfähigkeit am Tage.
Peppard und Kollegen luden 775 Männer und 645 Frauen, die seit einigen Jahren an einer Schlafstudie teilnahmen, in ihr Schlaflabor ein. Dort wurden zusätzlich zur Atmung auch Herzschlag und Gehirnströme im Schlaf überwacht. Bei der Durchsicht dieser Daten registrierten die Forscher, ob und wie oft es zu vorübergehenden Atemaussetzern und folgendem, umso stärkeren “Luftschnappen” kam. Diese Zahlen verknüpften sie mit Angaben zu Alkoholkonsum, Leibesfülle, Alter und anderen Faktoren.
Frühere Studien hätten sich auf den Alkoholkonsum kurz vor dem Zubettgehen konzentriert, erklären die Mediziner. Die neuen Resultate zeigten jedoch, dass sich bei Männern auch der mit größerem zeitlichen Abstand getrunkene Alkohol auf die Atmung im Schlaf auswirke. Für die Frauen habe die statistische Analyse keinen derartigen Zusammenhang belegt. Mögliche Erklärungen seien der relativ geringe Alkoholkonsum der Versuchsteilnehmerinnen, hormonelle Einflusse oder leichte Unterschiede im Bau der oberen Atemwege.
Forschung: Paul E. Peppard, Diane Austin und Richard L. Brown, Department of Population Health Sciences und Department of Family Medicine, University of Wisconsin, Madison
Veröffentlichung Journal of Clinical Sleep Medicine, Vol. 3(2), 15. April 2007
WWW:
Population Health Sciences, University of Wisconsin-Madison
Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin
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