Sternpaar mit ungewisser Zukunft
Donnerstag, 12. April 2007, 6:01 • Rubrik Astronomie.
Auf Messers Schneide steht die Beziehung eines Sternpaares, das kanadische und amerikanische Astronomen entdeckt haben. Die beiden Partner sind nicht nur extrem leichtgewichtig, sie umkreisen einander auch in derart großem Abstand, dass sie schon eine geringfügige Störung voneinander trennen kann.
Die beiden Sterne finden sich im Sternbild Phönix und besitzen jeweils kaum ein Zehntel der Sonnenmasse, berichten Étienne Artigau vom Gemini Observatory im Fachblatt “Astrophysical Journal Letters”. Gleichzeitig entspricht der Abstand zwischen ihnen dem 5.000fachen des Abstandes zwischen Erde und Sonne. Mangels Masse und Nähe ist die Schwerkraft zwischen den beiden Partnern extrem schwach.
Artigau und Kollegen identifizierten das Paar beim Vergleich von Archivdaten aus den Jahren 1983 und 1999. Demnach scheinen sich die beiden leuchtschwachen Objekte gemeinsam über den Nachthimmel zu bewegen – eine Vermutung, die die Forscher durch eigens angestellte Beobachtungen bestätigen konnten. Die Infrarot-Spektren der beiden Sterne lassen vermuten, dass es sich um Rote Zwerge mit Oberflächentemperaturen um 2.200 Grad Celsius handelt.
Denkbar ist allerdings auch, dass es sich nicht einmal um selbsttätig leuchtende Sterne handelt, sondern um allmählich auskühlende Braune Zwerge. In jedem Fall stelle das ungewöhnliche Duo eine Herausforderung für die Theoretiker dar, so die Forscher. Wie ein derart extremes Duo entstehen und längere Zeit überdauern könne, sei ein Rätsel. Schon die Passage eines massereicheren Sterns oder einer typischen Gaswolke reiche aus, um das dünne Band zwischen den beiden Winzlingen zu zerschneiden.
Forschung: Étienne Artigau und David Lafrenière, Gemini Observatory Southern Operations Center, La Serena, Chile, und Département de Physique und Observatoire du Mont Mégantic, Université de Montréal, Montréal, Québec; und andere
Veröffentlichung Astrophysical Journal, Vol. 659, L49-L52
WWW:
Gemini Observatory
Binary Stars
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