Altes Seebecken in der Sahara entdeckt
Mittwoch, 11. April 2007, 18:11 • Rubrik Geologie.
Im Osten der Sahara lag einst ein riesiger See. Zu diesem Schluss kommt ein amerikanischer Forscherduo nach der Auswertung von Satelliten- und Shuttle-Daten. Der Rekonstruktion zufolge, war das Gewässer im heutigen Sudan mit einer Fläche von fast 31.000 Quadratkilometern gut 60 Mal größer als der Bodensee.

Courtesy Boston University Center for Remote Sensing
Diese Entdeckung sei ein weiterer Beleg für sehr feuchte, niederschlagsreiche Phasen in der Region, erklärt Faruk El-Baz von der Boston University. Nach Ansicht des Forschers könne das Wissen um den von der Erdoberfläche verschwundenen See durchaus praktische Bedeutung haben. “Eines ist sicher: Ein großer Teil des Seewassers dürfte durch den Sandstein-Untergrund gesickert sein und sich als Grundwasser angesammelt haben.”
El-Baz und seine Kollegin Eman Ghoneim fanden den See bei der Analyse von Landsat- und Radarsat-Aufnahmen der sudanesischen Region Darfur. Die Forscher stießen auf mögliche Spuren eines alten Seeufers, die sämtlich in einer Höhe von etwa 573 Meter über dem Meeresspiegel lagen. Bei Kombination mit einer vom Space Shuttle aus durchgeführten Radar-Abtastungen der Erde ergab sich ein dreidimensionales Modell des alten Beckens – inklusive der heute vergrabenen Abschnitte.
Zu seinen besten Zeiten könnte der See gut 2.500 Kubikkilometer Wasser gefasst haben, schätzen Ghoneim und El-Baz im “International Journal of Remote Sensing”. Wann genau dies der Fall gewesen sei, könnten erst weitere Untersuchungen vor Ort zeigen.
Forschung: Eman M. Ghoneim und Faruk El-Baz, Center for Remote Sensing, Boston University, Boston, Massachusetts
Zur Veröffentlichung akzeptiert von International Journal of Remote Sensing
WWW:
Center for Remote Sensing, Boston University
Lake Megafezzan: A Giant Palaeolake in the Libyan Sahara
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