Posted in: Medizin 10. April 2007 13:00 Weiter lesen →

Kaffeetrinker bekommen seltener Parkinson

Das Risiko, am Morbus Parkinson zu erkranken, hängt vom Wechselspiel von genetischen und Umweltfaktoren ab. Diese Ansicht bekräftigt eine Studie einer amerikanischen Forschergruppe. Unter 356 Patienten waren Raucher und Kaffeetrinker deutlich seltener vertreten als unter nicht betroffenen, nahen Verwandten.

Tabak- und Kaffeekonsum brächten eigene Risiken mit sich und seien zur Vorbeugung ungeeignet, betonen die Forscher um Dana Hancock und William Scott von der Duke University. Die neuen Resultate könnten jedoch bei der Suche nach Genvarianten helfen, die mit erhöhten Erkrankungsrisiko in Verbindung ständen, schreibt die Gruppe im Fachblatt „Archives of Neurology“.

Bei der Parkinsonschen Krankheit kommt es zum Absterben von Gehirnzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Zu den Folgen gehören ein typisches Zittern, Muskelstarre und Blockaden in normalerweise selbsttätig ablaufenden Bewegungsprogrammen. In Deutschland ist einer von 500 bis 1000 Einwohnern betroffen, wobei die Häufigkeit mit dem Alter zunimmt.

Hancock und ihre Kollegen befragten 356 Parkinson-Patienten und 317 nicht betroffene Familienangehörige zu ihrer Lebensweise. Die statistische Analyse ergab, dass gegenwärtige und ehemalige Raucher in der Patientengruppe 70 bzw. 44 Prozent seltener waren als in der Kontrollgruppe. Auch berichteten die Patienten deutlich seltener über einen hohen Kaffee- bzw. Koffeinkonsum. Was die Einnahme bestimmter Entzündungshemmer betraf, zeigte sich kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen – anders als bei früheren Studien, die nicht verwandte Personen verglichen hatten.

Auf welche Weise Rauchen und Kaffeetrinken das Erkrankungsrisiko beeinflussen könnten, sei noch unklar, so die Forscher.“ Angesichts der Komplexität der Parkinsonschen Erkrankung ist es jedoch unwahrscheinlich, dass diese Umweltfaktoren ihre Effekte isoliert entfalten“, schreiben sie. „Dies unterstreicht die Bedeutung der Interaktion zwischen Genen und Umwelt für die Erkrankungsanfälligkeit.“

Forschung: Dana B. Hancock, Eden R. Martin und William K. Scott, Center for Human Genetics und Department of Medicine, Duke University Medical Center, Durham, North Carolina; und andere

Veröffentlichung Archives of Neurology, Vol. 64(4), pp 576-80

WWW:
Duke Center for Human Genetics
Kompetenznetz Parkinson
Morbus Parkinson

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