Das Auge als Essbremse

10. April 2007 15:54 Drucken

Menschen langen weniger unbefangen zu, wenn sie stets an das bereits Vertilgte erinnert werden. Das haben zwei amerikanische Wissenschaftler bei einem unkonventionellen Experiment beobachtet. Ihre Probanden aßen deutlich weniger Hähnchenfleisch, wenn sich die abgenagten Knochen vor ihnen anhäuften.

Brian Wansink und Collin Payne von der Cornell University luden 50 Studierende ein, sich das US-Finalspiel im American Football anzuschauen. Dabei konnten sie Herzenslust an Hähnchenflügeln nagen, die auf großen Servierplatten vor ihnen standen. Nur an der Hälfte der Tische wurden die Knochen laufend abgeräumt.

Hatten die Teilnehmer ständig saubere Teller vor sich, vertilgten sie im Schnitt sieben Hähnchenflügel. Nur fünf schafften sie dagegen, wenn sie den wachsenden “Knochenberg” vor Augen hatten. Die genauen Gründe dafür seien noch unklar, so die Forscher. Vielleicht hätten sich die Teilnehmer ihres Appetits geschämt oder seien vom Anblick der Knochen abgeschreckt worden.

Forschung: Brian Wansink und Collin R. Payne, Department of Applied Economics and Marketing, Cornell University, Ithaca, New York

Veröffentlichung Perceptual and Motor Skills, April 2007

WWW:
Food and Brand Lab, Brian Wansink
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