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Tropische Blaualgen eingewandert

Mittwoch, 4. April 2007, 17:56 • Rubrik Biologie, Klima, Umwelt.

Die aus den Tropen stammenden Cyanobakterien (“Blaualgen”) der Art „Cylindrospermopsis raciborskii“ haben sich bis in die Seen Norddeutschlands ausgebreitet. Das entdeckte eine Forschergruppe des Berliner Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB).

Anabaena bergii
Auch das tropische Cyanobakterium “Anabaena bergii” fühlt sich jetzt in Norddeutschland heimisch. Foto: IGB

Die Wissenschaftler um Claudia Wiedner vom IGB fanden heraus, dass sich die winzigen Einwanderer in Gewässern der Berliner Region weiter ausgebreitet haben als bisher angenommen wurde. Der Klimawandel begünstige die Entwicklung, vermuten die Forscher. Sie konnten insgesamt drei Arten tropischer Cyanobakterien im vergleichsweise kalten Norden nachweisen. Claudia Wiedner: “Wir rechnen mit weit reichenden Veränderungen der planktischen Lebensgemeinschaften unserer Gewässer durch diese Invasion tropischer Arten.”

Das Team fand auch das typische Toxin Cylindrospermopsin (CYN) in hiesigen Gewässern. Das Gift wird aber nicht wie anfangs vermutet von den tropischen Arten, sondern von zwei heimischen “Allerweltsarten” (Aphanizomenon flos-aquae und A. gracile) produziert. “Welche Umstände das Toxinvorkommen steuern, konnten wir allerdings noch nicht vollständig aufklären”, so Wiedner.

Wichtig für die Einschätzung des Gefährdungspotenzials sei die Tatsache, dass das Toxin nicht in den Zellen gebunden, sondern frei gelöst im Gewässer vorkomme. “Unsere Forschungsergebnisse weisen auf weitere, bisher nicht identifizierte Produzenten hin”, sagt Wiedner. Die Forscher wollen jetzt Empfehlungen zur Überwachung von Badegewässern und Trinkwasserressourcen erarbeiten. Cyanobakterien sind weit verbreitet und vor allem im Sommer ein Problem an Badeseen.

WWW:
Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
Introduction to the Cyanobacteria

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Grube Messel: Gifttod in der Vorzeit?


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