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Schädeloperation hilft bei Schlaganfall

Mittwoch, 28. März 2007, 12:20 • Rubrik Medizin.

Eine hemdsärmelig anmutende Operation erhöht die Überlebenschancen nach einem schweren Schlaganfall. Dieses Fazit ziehen europäische Mediziner nach der Auswertung von Zwischenergebnissen dreier Studien. Wird vorübergehend ein Teil der Schädeldecke entfernt, um den Druck von dem geschwollenen Hirngewebe zu nehmen, verdreifachen sich die Überlebenschancen nahezu und auch die Erholung verläuft schneller und besser.

“Erstmals ist damit wissenschaftlich belegt, dass die so genannte Hemikraniektomie Leben retten und vor schweren Behinderungen bewahren kann”, erklärt Werner Hacke vom Universitätsklinikum Heidelberg. Die Ergebnisse stellten einen Meilenstein in der Behandlung des Schlaganfalls dar, so der Neurologe. Die Operation sei relativ einfach, rasch und komplikationslos durchführbar. Kritiker hätten jedoch auf die Möglichkeit schwerer Folgeschäden verwiesen.

Die Mediziner analysierten Daten von 95 Patienten, bei denen der Verschluss der mittleren Hirnarterie zu einem schweren Schlaganfall und infolge von Wassereinlagerung in das betroffene Gewebe zu einem starken Anstieg des Hirndrucks geführt hatte. Wie die Forscher im Fachblatt “Lancet Neurology” berichten, überlebten 78 Prozent der Betroffenen, bei denen binnen 48 Stunden nach dem Infarkt eine Hemikraniektomie durchgeführt worden war. Ohne diese Operation, unter intensivmedizinischer Betreuung, betrug die Überlebensrate 29 Prozent.

Auch im Werdegang der Überlebenden zeigten sich deutliche Unterschiede. Ein Jahr nach dem Schlaganfall waren 43 Prozent der operierten Patienten ohne Hilfe gehfähig und nur teilweise auf fremde Hilfe angewiesen oder gänzlich selbständig. Nach der maximalen intensivmedizinischen Behandlung betrug der Anteil 21 Prozent. Bettlägerig und dauerhaft pflegebedürftig sind 4 bzw. 5 Prozent der Betroffenen.

Aufgrund dieser Resultate sind die deutsche DESTINY-Studie und ihr französisches Pendant DECIMAL vorzeitig beendet worden. Lediglich die niederländische HAMLET-Studie wird noch weitergeführt.

Forschung: Katayoun Vahedi, Department of Neurology, Hôpitaux de Paris, Lariboisière Hospital; Jeannette Hofmeijer, Rudolf Magnus Institute of Neuroscience, University Medical Centre Utrecht; Stefan Schwab und Werner Hacke, Neurologische Universitätsklinik Heidelberg und Neurologische Universitätsklinik Erlangen; und andere

Veröffentlichung Lancet Neurology, Vol. 6(3), pp 215-22, DOI 10.1016/S1474-4422(07)70036-4

WWW:
Neurologische Universitätsklinik Heidelberg
Kompetenznetz Schlaganfall
- Die DESTINY-Studie


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