Innenblinker werden schlechter erkannt
Donnerstag, 22. März 2007, 6:01 • Rubrik Psychologie, Technik.
Die Blinker eines Autos sollten möglichst weit außen sitzen. Diesen Schluss legen die Versuche eines britischen Psychologen nahe. Dabei reagierten die Teilnehmer etwas langsamer auf Fahrtrichtungsanzeiger, die am inneren Rand der Frontscheinwerfer angebracht waren. Auch machten sie deutlich mehr Fehler.

Bei fotografischen Darstellungen war der Effekt der Blinkerposition ausgeprägter als bei schematischen Ansichten. Bilder: Andrew Bayliss/Applied Cognitive Psychology
“Bei mehreren modernen PKW sitzt der rechte Blinker links des rechten Frontscheinwerfers und der linke Blinker rechts des linken Scheinwerfers”, erläutert Andrew Bayliss von der University of Wales in Bangor die Situation. Die neuen Resultate zeigten, “dass dieses Designmerkmal möglicherweise auf Kosten der Sicherheit geht.” Die Resultate werden demnächst im Fachblatt “Applied Cognitive Psychology” veröffentlicht.
Der Psychologe konnte 30 Studierende in den ersten Semestern für die Teilnahme an seinen Experimenten gewinnen. Die Probanden saßen vor einem Bildschirm, der eine schematische Frontansicht eines PKW zeigte. Sobald der linke oder rechte Blinker aufleuchtete, sollten sie möglichst schnell eine entsprechende Taste drücken. Erschien das Blinklicht am Innenrand des Scheinwerfers, betrugen die mittlere Reaktionszeit 379 Millisekunden und die Fehlerrate 1,8 Prozent. Erschien es am Außenrand, waren es 363 Millisekunden und 0,6 Prozent.
Noch ausgeprägter waren die Unterschiede, wenn Fotografien an die Stelle des Schemas traten. Auch gibt Bayliss zu bedenken, dass seine Versuche mit jungen Probanden und in einer ruhigen Laborumgebung stattfanden. Unter realen Bedingungen, etwa bei schlechtem Wetter oder mit einem gesprächigen Beifahrer, könne sich der Konflikt zwischen flottem Design und leichter Wahrnehmung noch deutlicher auswirken, vermutet der Forscher. “Die Position der Lichter sollte sich nach Sicherheitserwägungen richten, nicht nach der Ästhetik.”
Forschung: Andrew P. Bayliss, Centre for Cognitive Neuroscience, School of Psychology, University of Wales, Bangor
Veröffentlichung Applied and Cognitive Psychology
WWW:
Homepage Andrew Bayliss
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