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Extra-Gen lässt Mäuse mehr Farben sehen

22. März 2007 |

Mutationen können mitunter auf fruchtbaren Boden fallen, berichten amerikanische Neurowissenschaftler im Magazin “Science”. Nachdem sie Mäusen zu einem zusätzlichen Farbrezeptor-Gen verholfen hatten, legten zumindest einige Tiere ein verfeinertes Farbensehen an den Tag.

“Wenn man Mäusen neuen sensorischen Input verschafft, kann ihr Gehirn dann lernen, die zusätzliche Information zu nutzen?”, formuliert Jeremy Nathans von der Johns Hopkins University in Baltimore. “Die bemerkenswerte Antwort lautet: ja. Die Tiere benötigten keine weiteren Generationen, um einen neuen Sehsinn zu entwickeln.”

Mäuse tragen zwei Typen von Farbrezeptoren in der Netzhaut ihrer Augen. Auch bei Primaten war dies bis vor etwa 40 Millionen Jahren der Fall. Dann legte die Verdoppelung eines der Rezeptorgene die Grundlage für das Sehen von drei Grundfarben, das trichromatische Sehen. Nathans und Kollegen suchten diesen Prozess nachzuahmen, indem sie den größten Teil des Grünrezeptor-Gens einiger Mäuse durch die entsprechende DNA-Sequenz aus dem menschlichen Rotrezeptor-Gen ersetzten.

Nach Kreuzung mit normalen Artgenossen erhielten die Forscher eine Zuchtlinie, in der einige Weibchen sowohl grün- als auch rot-empfindliche Farbrezeptoren produzierten. Das Mengenverhältnis beider Rezeptortypen schwankte stark, wie es auch bei Menschen beobachtet worden ist. Und zumindest jene Tiere mit einem ausgewogenen Verhältnis lernten im Laufe eines langwierigen Trainings, grün-gelbe Farbnuancen zu unterscheiden, die ihre Artgenossen mit zwei Farbrezeptoren nicht auseinander halten konnten.

Forschung: Gerald H. Jacobs und Gary A. Williams, Neuroscience Research Institute und Department of Pschology, University of California, Santa Barbara; Hugh Cahill und Jeremy Nathans, Department of Neuroscience und Howard Hughes Medical Institute, Johns Hopkins Medical School, Baltimore, Maryland

Veröffentlichung Science, Vol. 315, 23. März 2007, pp 1723-5, DOI 10.1126/science.1138838

WWW:
Neuroscience Research Institute, UCSB
Department of Neuroscience, Johns Hopkins University
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