Bauchfett begünstigt Entzündungsprozesse
14. März 2007 |
Bei Übergewichtigen ist das Risiko für Stoffwechsel- und Kreislauferkrankungen umso stärker erhöht, je mehr Fett sie zwischen den Organen im Bauchraum tragen. Handfeste Belege für einen ursächlichen Zusammenhang glaubt eine amerikanisch-italienische Forschergruppe gefunden zu haben. Ihren Messungen zufolge, gibt das Bauchfett laufend einen entzündungsfördernden Botenstoff an das Blut ab.

Anders als das Unterhautfett, scheint das Bauchfett einen entzündungsfördernden Botenstoff abzugeben. Kernspin-Aufnahme: Washington University at St. Louis
Solche Entzündungsprozesse begünstigten wiederum die Entstehung von Diabetes und Atherosklerose, erklärt Luigi Fontana von der Washington University und vom Istituto Superiore di Sanitá. “Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass Entzündungen bei Krebs und selbst beim Altern eine Rolle spielen.” Die neuen Resultate ständen im Einklang mit denen einer früheren Studie, bei der das Absaugen erheblicher Massen von Unterhautfett kaum positive Auswirkungen auf die Gesundheit nach sich zog.
Anders als das für die typische “Birnenform” verantwortliche Unterhautfett, ist das für die “Apfelform” verantwortliche Bauchfett nur schwer zugänglich. Fontana und Kollegen studierten die Rolle dieses Fettgewebes an 25 extrem übergewichtigen Patienten, die sich einer Magenbypass-Operation unterzogen. Während des Eingriffs entnahmen die Mediziner Blut aus der Pfortader, die Blut aus den Verdauungsorganen und dem umliegenden Fettgewebe sammelt und der Leber zuführt. Dieses Blut wies 50 Prozent höhere Spiegel des Botenstoffs Interleukin-6 auf als Blut aus einer Armarterie, berichten die Forscher im Fachblatt “Diabetes”.
Je höher der Spiegel des entzündungsfördernden Interleukins im Pfortader-Blut war, desto höher war auch der Spiegel des C-reaktiven Proteins, eines weiteren Entzündungsmarkers. Für Botenstoffe wie das von Fettzellen ausgeschüttete Adiponectin oder den von Immunzellen produzierten Tumornekrosefaktor-alpha war dagegen kein Konzentrationsunterschied feststellbar. Die Forscher vermuten daher, dass das Interleukin-6 tatsächlich aus dem Bauchfett stammt.
Forschung: Luigi Fontana und Samuel Klein, Center for Human Nutrition, Washington University School of Medicine, St. Louis, Missouri, und Dipartimento di Sanità Alimentare ed Animale, Istituto Superiore di Sanitá, Rom; und andere
Veröffentlichung Diabtes, DOI. 10.2337/db06-1656
WWW:
Center for Human Nutrition, Washington University
Istituto Superiore di Sanitá
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