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Heißer Start für Eismond Enceladus?

Dienstag, 13. März 2007, 10:29 • Rubrik Astronomie, Geologie.

Der Saturnmond Enceladus stößt laufend Wasserdampf und Eiskristalle aus. Den Antrieb für diese “Geysire” liefern radioaktive Elemente im Kern des kleinen Mondes, vermutet eine amerikanische Forschergruppe. Die Zerfallswärme könnte tief unter der Eiskruste einen warmen Ozean mit reichhaltiger Chemie erhalten.

Aufnahme von Enceladus zeigt über dessen Südpol eine breite 'Fontäne', der kleine Mond liegt zudem in einem breiten Band ähnlicher Zusammensetzung

Das am Südpol des Enceladus ausgestoßene Material speist den diffusen E-Ring des Saturn. Bild: NASA/JPL/Space Science Institute

“Enceladus ist ein sehr kleiner Körper und besteht beinahe vollständig aus Eis und Fels”, erklärt Julie Castillo vom Jet Propulsion Laboratory der NASA. Die Frage sei, wie ein solches Objekt zu einem warmen Kern gekommen sein könnte. “Im Falle des Enceladus führt der einzige Weg zu derart hohen Temperaturen über den raschen Zerfall bestimmter radioaktiver Elemente.”

Castillo und ihre Kollegen analysierten Daten, die die Raumsonde Cassini bei ihren Vorbeiflügen an Enceladus gesammelt hatte. Über dem Südpol der knapp 500 Kilometer großen Welt aufsteigend, enthalten die Fontänen demnach neben Wasser auch Kohlendioxid, Methan, Propan, Acetylen und molekularen Stickstoff. Letzterer muss nach Ansicht der Gruppe auf den Zerfall von Ammoniak bei Temperaturen zwischen 200 und 500 Grad Celsius zurückgehen.

Der Zerfall langlebiger radioaktiver Elemente, wie er auch im Kern der Erde abläuft, und die Gezeitenkräfte des Saturn könnten keine derart hohen Temperaturen bewirken, schreiben die Forscher im Fachblatt “Icarus”. Sie vermuten daher, dass das Ausgangsmaterial für Enceladus auch rasch zerfallende Isotope von Aluminium und Eisen enthielt. Deren Zerfallswärme könnte die Schichtung der zunächst bunt gemischten Bestandteile in einen felsigen Kern und eine Eiskruste bewirkt haben. Die heute noch produzierte Wärme könnte das Wassereis nahe des Kerns vielleicht weiterhin flüssig halten und – im Verein mit katalytisch wirkenden Mineraloberflächen – eine Vielzahl chemischer Reaktionen begünstigen.

“Unser Modell eröffnet die Möglichkeit, dass es tief im Innern von Enceladus ein organisches Gebräu, eine Wärmequelle und flüssiges Wasser gibt – alles wichtige Zutaten für die Entstehung von Leben”, ergänzt Castillos Kollege Dennis Matson, der Leiter der Arbeitsgruppe. Zwar behaupte niemand, dass es Leben auf oder in Enceladus gebe. “Wir könnten jedoch Belege für die Existenz eines lebensfreundlichen Plätzchens gefunden haben.”

Forschung: Dennis L. Matson, Julie C. Castillo und Torrence V. Johnson, Jet Propulsion Laboratory, Pasadena, Kalifornien; Jonathan Lunine, Lunar and Planetary Laboratory, Tucson University, Arizona

Veröffentlichung Icarus, Vol. 187(2), pp 569-73, DOI 10.1016/j.icarus.2006.10.016

WWW:
Cassini-Huygens
Enceladus

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Saturnmond verschönert seine Nachbarn
Die Fontänen des Enceladus


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