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Übergewicht kann Empfängnis behindern

7. März 2007 |

Ein Paar muss sich umso länger um Nachwuchs bemühen, je mehr Pfunde die beiden Partner auf den Hüften haben. Das hat eine dänisch-amerikanische Forschergruppe anhand der Daten von über 47.000 Paaren ermittelt. Waren sowohl der Mann als auch die Frau fettleibig, mussten sie beinahe dreimal häufiger als normalgewichtige Paare besonders lang auf eine Schwangerschaft warten.

Sollte es sich dabei um eine Ursache-Wirkungs-Beziehung handeln, könnte dies Folgen für die Bevölkerungsentwicklung in vielen Ländern haben, so Cecilia Ramlau-Hansen von der Universität Århus und der University of California in Los Angeles. “Falls die Fettleibigkeits-Epidemie weiter um sich greift, könnte die verringerte Reproduktionsfähigkeit zu einem ernsten Problem für die öffentliche Gesundheit werden”, schreiben die Forscherin und ihre Kollegen im Fachblatt “Human Reproduction”.

Die Gruppe analysierte Daten von 47.835 dänischen Paaren, die in den Jahren 1996 bis 2002 Nachwuchs bekommen und im Rahmen einer landesweiten Studie mehrfach zu ihrer Gesundheit und Lebensweise befragt worden waren. Gemessen an ihrem Body-Mass-Index (BMI), waren 6,8 Prozent der Männer und 8,2 Prozent der Frauen fettleibig - in 1,4 Prozent der Paare galt dies für beide Partner. Umgekehrt waren 53 bzw. 68 Prozent der Männer und Frauen normalgewichtig.

Besonders interessierten sich Ramlau-Hansen und Kollegen für jene Paare, die sich nach dem Entschluss für ein Kind länger als ein Jahr um eine Schwangerschaft bemüht hatten. Bei Paaren mit zwei fettleibigen Partnern war dies 2,7-mal so oft und bei Paaren mit zwei zumindest übergewichtigen Partnern 1,4-mal so oft der Fall wie bei Paaren mit zwei normalgewichtigen Partnern. Zur Häufigkeit ihres Geschlechtsverkehrs seien die Paare allerdings nicht befragt worden, räumt die Forschergruppe ein.

War eine mindestens normalgewichtige Frau im Studienzeitraum mehr als einmal schwanger gewesen und hatte zwischenzeitlich an Körpermasse zugelegt, musste sie auf ihre zweite Schwangerschaft länger warten als auf die erste. Umgekehrt sank die Wartezeit, wenn eine mindestens übergewichtige Frau zwischen den Schwangerschaften abgenommen hatte. “Diese Resultate sprechen für eine kausale Verbindung zwischen dem Body-Mass-Index und der Fruchtbarkeit”, folgert Ramlau-Hansen. Ähnliche Hinweise hätten bereits frühere Studien erbracht, eine paarweise Betrachtung des Einflusses der Leibesfülle habe es aber noch nicht gegeben.

Forschung: Cecilia H. Ramlau-Hansen, Ane Marie Thulstrup und Jorn Olsen, Department of Epidemiology, School of Public Health, University of California at Los Angeles und Arbejdsmedicinsk Klinik, Århus Universitetshospital, Århus; und andere

Veröffentlichung Human Reproduction, DOI 10.1093/humrep/dem035

WWW:
Århus Universitetshospital
Department of Epidemiology, UCLA
Danish National Birth Cohort
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