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Mafiamethoden unter Vögeln

Dienstag, 6. März 2007, 6:01 • Rubrik Biologie.

Mit Mafiamethoden stellt ein nordamerikanischer Vogel sicher, dass seine Eier von anderen ausgebrütet werden. Zu diesem Schluss kommen zwei amerikanische Biologen im Fachblatt “Proceedings of the National Academy of Sciences”. Nehmen die Parasitierten die Eier des Kuhstärlings nicht an, verschwinden irgendwann auch ihre eigenen Eier aus dem Nest.

Foto: Zitronenwaldsänger, kleiner knallgelber Vogel mit grauen Schwanzfeder und Schwingen, sitzt mit vollem Schnabel vor dem Eingang seiner Nistbox

Wenn Waldsänger kein “Schutzgeld” zahlen, riskieren sie den Verlust ihrer Brut. Foto: Copyright PNAS

Derartige Vergeltungsmaßnahmen könnten erklären, warum es Braunkopfkuhstärlinge (Molothrus ater) offenbar nicht nötig hätten, ihre Eier in Form und Farbe an die ihrer Wirte anzupassen, schreiben Jeffrey Hoover vom Illinois Natural History Survey und Scott Robinson vom Florida Museum of Natural History. Eier von Kuckucken würden dagegen aus dem Nest gestoßen, wenn sie keine guten Imitate seien.

Alternative Erklärungen für die große Toleranz gegenüber Kuhstärlingen waren eine noch nicht erfolgte Anpassung bzw. ein zu hohes Risiko, die eigenen Eier zu verstoßen. Hoover und Robinson beobachteten jedoch ein merkwürdiges Phänomen, als sie mehrere Hundert Nistboxen von Zitronenwaldsängern (Protonotaria citrea) gegen Vierbeiner bzw. Schlangen sicherten: Ließen sie darin vorhandene Kuhstärling-Eier unangetastet, waren die Brutbemühungen der Waldsänger in 95 Prozent der Fälle erfolgreich. Entfernten sie jedoch die Eier der Brutparasiten, sank die Erfolgsquote auf 60 Prozent.

Weitere Versuche bekräftigten den Verdacht, dass die Parasiten Vergeltung übten: Entfernten die Forscher Kuhstärling-Eier aus Waldsänger-Nestern, wurden beinahe 60 Prozent davon früher oder später ausgeräumt. Derlei Aktionen blieben aus, wenn die Forscher im gleichen Atemzug die Löcher der Nistboxen so weit verengten, dass die relativ großen Kuhstärlinge nicht mehr hindurchpassten.

Offenbar hätten die Waldsänger im Laufe der Evolution gelernt, sich dem Druck der Brutparasiten zu beugen, folgern Hoover und Robinson. Ein fremdes Küken durchzufüttern, sei weniger kostspielig als der Verlust der eigenen Brut.

Forschung: Jeffrey P. Hoover und Scott K. Robinson, Division of Ecology and Conservation Science, Illinois Natural History Survey, Champaign, und Department of Natural History, Florida Museum of Natural History, University of Florida, Gainesville

Veröffentlichung PNAS, DOI 10.1073/pnas.0609710104

WWW:
Illinois Natural History Survey
Florida Museum of Natural History
Molothrus ater
Vögel als Brutschmarotzer
Kuckucke: Geschickte Schmarotzer

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Brutparasiten: Gemeinsam schreit sich’s besser


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