Gene: Vielfalt im Ausdruck

2. März 2007 13:13 Drucken

Menschen unterscheiden sich nicht nur in den Varianten, sondern auch in der Aktivität ihrer Gene. Das haben amerikanische Forscher bei einem Vergleich von Personen europäischer und afrikanischer Herkunft zeigen können. Die Unterschiede zwischen den Individuen waren dabei deutlich ausgeprägter als die zwischen den beiden Gruppen.

Wie sich ein Gen auswirkt, hängt neben seiner DNA-Sequenz auch davon ab, wie stark diese Information in der Zelle abgelesen und umgesetzt wird. John Storey von der University of Washington vergleicht beide Faktoren mit der Hardware eines Computers und der darauf laufenden Software: “Wir haben uns angeschaut, was im Körper geschieht, unabhängig von dem fest verdrahteten Teil der Gene.”

Storey und Kollegen analysierten Abwehrzellen von acht Männern nord- bzw. westeuropäischer Abstammung und von acht Männern aus der nigerianischen Yoruba-Volksgruppe. Mit Hilfe von Genchips konnten sie eine gewisse Mindestaktivität für 5.194 von rund 8.500 erfassten Genen nachweisen. Knapp 83 Prozent davon waren in Abhängigkeit vom Individuum unterschiedlich aktiv und 17 Prozent in Abhängigkeit von der Herkunft. Unter letzteren waren vor allem solche Gene, die an Immun- und Entzündungsprozessen beteiligt sind.

Nach Ansicht von Storeys Kollegen Joshua Akey könnten diese Resultate vor allem für die medizinische Forschung interessant sein, da eine unterschiedliche Genaktivität beispielsweise mit einer unterschiedlichen Anfälligkeit für Krankheiten einhergehen könne. “Aus eben diesem Grund ist so schwierig, neue Wirkstoffe zu entwickeln oder eine exakte Ursache für bestimmte Krankheiten zu finden”, so der Forscher.

Forschung: John D. Storey und Joshua M. Akey, Department of Biostatistics und Department of Genome Sciences, University of Washington, Seattle; und andere

Veröffentlichung American Journal of Human Genetics, Vol. 80, pp 502-9, DOI 10.1086/512017

WWW:
Storey Research Group
Genetische Information
Messung von Genaktivität mit Mikroarrays

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