Rasches Wachstum, bessere Blutfettwerte
Donnerstag, 1. März 2007, 6:01 • Rubrik Gesundheit, Medizin.
Stärkere Wachstumsschübe in den ersten Lebensjahren gehen mit günstigeren Blutfettwerten im Erwachsenenalter einher. Das haben britische Medizinerinnen ermittelt. Je schneller die Körpergröße im Kleinkindalter und in der Jugend steigt, desto niedriger ist der Cholesterinspiegel im Alter von 53 Jahren.
Steigt dagegen die Körperfülle besonders rasch, kann dies ein Vorbote erhöhter Cholesterinspiegel sein, berichten Paula Skidmore von der University of East Anglia und ihre Kolleginnen im “Journal of Epidemiology and Community Health”. Möglicherweise bewirkten Lebensumstände wie Stress, Infektionen und schlechte Ernährung, die das Wachstum im frühen Kindesalter reduzierten, auch eine langfristige “Umprogrammierung” des Stoffwechsel, so die Forscherinnen.
Skidmore und Kolleginnen analysierten die Daten von rund 2.500 Briten und Britinnen, die in der gleichen Woche im März 1946 geboren worden waren. Bei allen waren im Alter von zwei, vier, sieben, 15, 36 und 53 Jahren Körpergröße und -masse und bei dem letzten Termin auch die Blutfettspiegel bestimmt worden. Es zeigte, dass besonders hoch gewachsene Teilnehmer niedrigere Gesamtcholesterin- und LDL-Cholesterinspiegeln aufwiesen. Der Effekt war umso ausgeprägter, je mehr Längenwachstum in den ersten zwei Lebensjahren und nach dem 15. Lebensjahr erfolgt war.
Ein höherer Body-Mass-Index (BMI) in 36. und 53. Lebensjahr und eine raschere Zunahme der Leibesfülle nach dem 15. Lebensjahr gingen dagegen mit höheren Gesamtcholesterin- und LDL-Cholesterinwerten einher, umgekehrt wiesen solche Personen niedrigere Spiegel des “guten” HDL-Cholesterins auf. Dieser Zusammenhang war weder durch Variationen im Geburtsgewicht noch durch sozio-ökonomische Faktoren erklärbar, fanden Skidmore und Kolleginnen.
Forschung: Paula M.L. Skidmore, School of Medicine, Health Policy and Practice, University of East Anglia, Norwich; Rebecca H. Hardy, Department of Epidemiology and Public Health, MRC National Survey of Health and Development, University College London; und andere
Veröffentlichung Journal of Epidemiology and Community Health, Vol. 61, pp 215-20, DOI 10.1136/jech.2006.047571
WWW:
UEA School of Medicine, Health Policy and Practice
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