Vulkane blitzen zweimal
23. Februar 2007 |
Vulkanausbrüche sind von starker elektrischer Aktivität in der Atmosphäre begleitet. Anhand eines Ausbruchs in Alaska haben amerikanische Forscher dieses Phänomen genauer studieren können. Demnach produziert das herausgeschleuderte Material unmittelbar nach dem Verlassen des Vulkanschlots intensive Hochfrequenzstrahlung. Kurze Zeit später folgen ein wahres Blitzlichtgewitter in der abdriftenden Rauchsäule.

Der Mount St. Augustine liegt auf einer Insel im Cook Inlet im Süden Alaskas. Foto: Courtesy of Game McGimsey and the U.S. Geological Survey
Dieser zweiphasige Verlauf zeige, dass die Eruptionssäule bereits als Folge der Explosion elektrisch geladen gewesen sei, sich später jedoch zusätzlich aufgeladen habe, schreiben die Forscher um Ronald Thomas vom New Mexico Institute of Mining & Technology im Magazin “Science”. Und da Vulkane auch reichlich Wasser in die Atmosphäre schleuderten, sei dieses Verhalten vielleicht mit dem von “schmutzigen Gewittern” vergleichbar.
Thomas und Kollegen verfolgten den Ausbruch des Mount St. Augustine in Alaska. Nach den ersten Eruptionen im Januar letzten Jahres installierten die Forscher zwei Messstationen, um elektrische Entladungen zu registrieren und anhand der unterschiedlichen Laufzeit deren Herkunft zu bestimmen. Zwei Tage später brach der Vulkan erneut aus.
Zeitgleich mit zwei Eruptionen registrierten die Stationen stärker werdende Hintergrundstrahlung und von Blitzen ausgehende Strahlungspulse, die direkt vom Vulkanschlot kamen. Es folgte eine Pause von etwa drei Minuten und schließlich ein wahrer Schauer von rund dreihundert Blitzentladungen aus zunehmendem Abstand vom Vulkan, in Übereinstimmung mit der Windgeschwindigkeit und Radarvermessungen der Eruptionswolke.
Forschung: Ronald J. Thomas, Paul R. Krehbiel und William Rison, Langmuir Laboratory for Atmospheric Research, New Mexico Institute of Mining & Technology, Socorro; und andere
Veröffentlichung Science, Vol. 315, 23. Februar 2007, p 1097, DOI 10.1126/science.1136091
WWW:
Langmuir Lab, New Mexico Tech
Alaska Volcano Observatory
- Mount St. Augustine
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