Bakterien gegen Schiffsbremser
23. Februar 2007 |
Schwedische Forscher glauben eine neue Methode gefunden zu haben, um Seepocken und andere Krebse von Schiffsrümpfen fernzuhalten. Ein Anstrich, der einen Extrakt aus einem Meeresbakterium enthält, verhindert demnach, dass sich die Larven der Lästlinge auf dem Rumpf festsetzen.
Indem die Tiere zu mehr oder weniger großen Seepocken auswachsen, steigt die Reibung des Rumpfes im Wasser und damit der Treibstoffverbrauch. Zwar gebe es bereits mehrere Alternativen zu dem giftigen und die Fortpflanzung vieler Meeresschnecken störenden Tributylzinn (TBT), erläutert Hans Elwing von der Universität Göteborg. Der Extrakt aus Streptomyces avermitilis weise jedoch eine Reihe von Vorteilen auf.
“Eine sensationelle Entdeckung ist, dass der Extrakt nur toxisch wirkt, solange der Anstrich auf der Oberfläche haftet”, so der Biophysiker. “Wenn sich der Anstrich im Meerwasser auflöst, scheint das Gift nicht aktiviert zu werden.” Daher sei der Anstrich wohl unschädlich für andere Meeresbewohner. Hinzu komme, dass der Extrakt wirkungsvoller sei als alle anderen natürlichen Produkte, in der Umwelt leicht abbaubar und für Menschen unbedenklich sei, erklärt Elwing. Auf Anstriche mit Kupferverbindungen beispielsweise treffe dies nicht zu.
Elwing und Kollegen gingen von der Beobachtung aus, dass die Streptomyceten toxisch auf das Nervensystem von Seepocken wirken. Bei ihren Versuchen genügte schon ein Anteil von 0,1 Prozent Bakterienextrakt im Anstrich, um Acrylplatten praktisch frei von Seepocken zu halten.
Forschung: Hans Elwing, Department of Cell and Molecular Biology, Göteborg University; und andere
WWW:
Interface Biophysics, Göteborg University
Seepocken
Warum leben Seepocken ohne Kopf?
International Maritime Organization
- Anti-fouling Systems (PDF)
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