Posted in: Astronomie 22. Februar 2007 11:41 Weiter lesen →

Puls eines Sonnenzwillings gemessen

Die Ähnlichkeit eines nahen „Sonnenzwillings“ mit dem Zentralgestirn der Erde geht weiter als gedacht. Das haben amerikanische Astronomen bei der Analyse einer langjährigen Datenreihe ermittelt. Der Stern im Sternbild des Skorpions entspricht nicht nur in seinen physischen Merkmalen der Sonne, auch sein Verhalten ist teils identisch.

Strahlungsausbruch auf der Sonne, Falschfarbenbild zeigt die Sonne im extremen Ultraviolett als grünliche, ausgefranste Kugel mit gleißend hellen Flecken

Strahlungsausbrüche auf der Sonne, hier eine Aufnahme im extremen Ultraviolett, können sich auf Satelliten und Leitungsnetze auswirken. Bild: SOHO/EIT (ESA & NASA)

„Wir haben entdeckt, dass die Gesamthelligkeit von 18 Scorpii um etwa 0,09 Prozent variiert, während die Helligkeit der Sonne im Laufe eines Aktivitätszyklus typischerweise um 0,1 Prozent schwankt“, erklärt Jeffrey Hall vom Lowell Observatory in Arizona. „Und ebenso wie die Sonne, wird 18 Scorpii heller, wenn seine Aktivität zunimmt.“

18 Scorpii ist knapp 46 Lichtjahre von der Sonne entfernt und besitzt eine ähnliche Masse, chemische Zusammensetzung und Leuchtkraft wie diese, auch Temperatur und Rotation sind sehr ähnlich. Hall und seine Kollegen werteten nun spektroskopische Beobachtungen der letzten zehn Jahre aus. Der wichtigste Unterschied zwischen der Sonne und ihrem Pendant scheint demnach in der Dauer eines Aktivitätszyklus zu liegen, berichten die Forscher demnächst im „Astronomical Journal“. Während es bei 18 Scorpii etwa sieben Jahre sind, dauerten die letzten Sonnenfleckenzyklen etwa zehn Jahre.

Derartige Beobachtungen könnten helfen, den Einfluss der Sonne auf das irdische Klimageschehen einzuschätzen, ist Hall überzeugt. Beispielsweise werde ein Zusammenhang zwischen der Sonnenaktivität und besonders niedrigen Temperaturen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts diskutiert. Das Studium von 18 Scorpii und weiteren sonnenähnlichen Sternen könnte helfen, die Bandbreite solcher Aktivitätsschwankungen auszuloten, so der Astronom weiter. „Wir wollen wissen, wozu die Sonne in der Lage ist.“

Forschung: Jeffrey C. Hall und G. Wesley Lockwood, Lowell Observatory, Flagstaff, Arizona; Gregory W. Henry, Automated Astronomy Group, Tennessee State University, Nashville

Veröffentlichung Astronomical Journal, Mai 2007

WWW:
Lowell Observatory
Homepage Jeffrey Hall
18 Scorpii
Die Sonne – ein ganz normaler Stern
Klimageschichte: Die letzten 1000 Jahre

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Golfstrom schwächer während Kleiner Eiszeit
Neuer Sonnenzwilling entdeckt

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