Weizen von resistenten Pilzen bedroht
Dienstag, 20. Februar 2007, 15:20 • Rubrik Biologie, Genetik.
Getreidebauern müssen in diesem Jahr mit Ernteverlusten rechnen: Zum einen begünstigt der milde Winter den Pilzbefall, zum anderen werden die Pilzstämme zunehmend resistent gegen Pflanzenschutzmittel. Den Getreideschädlingen kommen kleine Erbgut-Mutationen zugute, berichten Wissenschaftler der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA).

Braune Blätter in Winterweizen sind ein Hnweis auf starken Befall durch die Blattdürre. Foto: Rodemann/BBA
Die Forscher verzeichnen eine stetige Zunahme von Pilzstämmen, die resistent gegenüber Strobilurinen und Triazolen werden. Pflanzenschutzmittel beider Wirkstoffklassen waren bisher der Schlüssel, um die Pilzkrankheiten erfolgreich vom Feld zu verbannen.
Verantwortlich für die Resistenzen sind zwei verschiedene minimale Veränderungen im Erbgut der Pilze. “Das Besondere ist, dass wir jetzt bereits bei den DTR-Blattfleckenerregern Stämme finden, die schon beide Veränderungen im Erbgut aufweisen”, sagt Bernd Rodemann von der BBA in Braunschweig. Der Wissenschaftler aus dem Institut für Pflanzenschutz im Ackerbau hat sowohl in Feldversuchen verschiedene Mittelkombinationen gestestet als auch in Laborversuchen die Resistenz der Pilze bestimmt.
Demnach ist der Resistenzgrad der so genannten Septoria Blattdürre (Septoria tritici) mit über 70 Prozent bereits sehr hoch. Im Falle einer zweiten gefährlichen Getreide-Krankheit, der Drechslera-Blattdürre, müssen die Forscher noch weitere Feldversuche durchführen, um genaue Aussagen über die Resistenzverbreitung treffen zu können. Nur die Kombination mehrerer Wirkstoffe werde die Entwicklung weiterer resistenter Erreger verhindern, vermuten die Wissenschaftler.
Blattdürre äußert sich darin, dass der Pilzbefall zum Absterben und Welken der Blätter der Weizenpflanze führt. Eine effektive Fotosynthese ist dann nicht mehr möglich und das Korn verkümmert. Die BBA-Forscher untersuchten die Pflanzenkrankheit im Rahmen eines dreijährigen europäischen Forschungsprojektes, an dem 12 wissenschaftliche Einrichtungen aus sieben Ländern beteiligt waren.
Forschung: Institut für Pflanzenschutz im Ackerbau und Grünland, BBA Braunschweig
WWW:
Instituts-Homepage
Blattdürre des Weizens
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