Posted in: Astronomie 13. Februar 2007 16:20 Weiter lesen →

Kometen-Kollisionen bei ausgebranntem Stern

Auch nach dem Tod eines Sterns kann es in seiner Umgebung noch hoch hergehen. Diese Vermutung bekräftigen Beobachtungen einer amerikanischen Astronomin und ihrer Kollegen. Eine Sternenleiche in der nächsten Nachbarschaft der Sonne umgibt sich demnach mit einer Scheibe aus Staub, der vermutlich auf Zusammenstöße zwischen felsigen Objekten zurückgeht.

Falschfarbenbild des Helixnebels mit einer 'Iris' aus bläulichem und einer 'Pupille' aus rötlichem Material

Dem Infrarotteleskop Spitzer erscheint der Helixnebel wie ein gigantisches Auge im All (Falschfarbenbild: Blau, Grün und Rot entsprechen Wellenlängen von 3,6-4,5, 5,8-8,0 und 24 Mikrometern). Bild: NASA/JPL-Caltech/K. Su (Univ. of Ariz.)

„Dieser Staub muss von Kometen stammen, die den Tod ihrer Sonne überlebt haben“, erklärt Kate Su von der University of Arizona. Die Abmessungen der fernen Staubscheibe ähnelten denen einer Herkunftsregion von Kometen im Sonnensystem, dem Kuipergürtel jenseits des Neptun, berichten Su und Kollegen demnächst in den „Astrophysical Journal Letters“.

Die Gruppe nutzte das Weltraumteleskop Spitzer, um den gut 700 Lichtjahre entfernten Helixnebel zu studieren. Der Nebel besteht aus Gas, das von einem Stern gegen Ende seines Lebens ausgestoßen wurde und nun von der heißen Sternleiche, einem Weißen Zwerg, energetisch angeregt wird. Irdischen Beobachtern erscheinen die glimmenden Gasmassen wie die Iris eines gigantischen Auges.

Bei seinem letzten Aufbäumen sollte der Stern sämtlichen Staub aus dem System gefegt haben, erläutert Su. Die Infrarotbeobachtungen deuteten jedoch auf das Vorhandensein großer Mengen von Staubkörnern hin, die den Weißen Zwerg im Abstand von 35 bis 150 Erdbahnradien umkreisten. Dieser Staub müsse nach dem Vergehen des Sterns produziert worden sein – und die wahrscheinlichste Quelle seien Kollisionen zwischen Kometen oder sogar äußeren Planeten.

Dieser Staub könne verstehen helfen, warum die Sternleiche höherenergetische Röntgenstrahlung aussende, als man es aufgrund ihrer Temperatur von etwa 110.000 Grad Celsius erwarten sollte, so Su weiter. Vielleicht stürze ein Teil der Staubkörner in einem großen Strudel auf den Weißen Zwerg und werde dabei so stark aufgeheizt, dass er energiereiche Strahlung aussende.

Forschung: Kate Y. Su und George H. Rieke, Department of Astronomy und Steward Observatory, University of Arizona, Tucson; Thomas Rauch, Institut für Astronomie und Astrophysik, Universität Tübingen; und andere

Zur Veröffentlichung akzeptiert von Astrophysical Journal Letters; Preprint astro-ph/0702296

WWW:
Astronomy, University of Arizona
Planetary Nebulae and the Future of the Solar System
Thousands of „Cometary Knots“

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Kometen bei totem Stern vermutet
Asteroidengürtel bei sonnenähnlichem Stern

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