Mehr Krebs in Europa
7. Februar 2007 06:01
Die Staaten Europas müssen mehr für die Vorbeugung und Früherkennung von Krebs tun. Zu diesem Schluss kommt eine französische Forschergruppe im Fachblatt “Annals of Oncology”. Ihrer Schätzung zufolge, sind im Jahr 2006 etwa 3,2 Millionen Menschen in Europa an Krebs erkannt und 1,7 Millionen an einer Krebserkrankung gestorben.
Für das Jahr 2004 war die Gruppe noch von 2,9 Millionen neuen Krebserkrankungen ausgegangen. Die Differenz von 300.000 Neudiagnosen sei jedoch nur teilweise veränderten Schätzmethoden geschuldet, betonen die Forscher um Peter Boyle von der International Agency for Research on Cancer in Lyon. Vielmehr zeige sich hier der Einfluss des steigenden Durchschnittsalters der Bevölkerung.
“Krebs ist und bleibt ein bedeutendes Problem für die öffentliche Gesundheit in Europa, und das Altern der europäischen Bevölkerung wird die Zahlen weiter steigen lassen”, erklärt Boyle. Umso dringender müsse mit vorhandenen Mitteln gegengearbeitet werden. Todesfälle aufgrund von Krebs der Brust, des Gebärmutterhalses und in Dick- und Enddarm könnten durch routinemäßige Vorsorgeuntersuchungen vermieden werden. “Die Inzidenz von Lungenkrebs und mehreren anderen Krebsarten könnte dagegen durch Tabakkontrolle reduziert werden.”
Boyle und Kollegen nutzten eine Reihe von Datenquellen, um für 38 europäische Staaten die Zahl der Krebs-Diagnosen und -Todesfälle im Jahr 2006 zu schätzen. Wo für die Studie ausreichende Zahlen zu Neuerkrankungen in der Vergangenheit fehlten, etwa in Albanien, Deutschland und Russland, stellten die Forscher Hochrechnungen auf Basis der Verhältnisse in den Nachbarstaaten an.
Die meisten Todesfälle, schätzungsweise 335.000, gehen demnach auf Lungenkrebs zurück. Es folgen Dick- und Enddarmkrebs mit etwa 207.000 und Brustkrebs mit knapp 132.000 Fällen. Bei den Neuerkrankungen führt Brustkrebs mit fast 430.000 Diagnosen, gefolgt von Darmkrebs und Lungenkrebs mit 413.000 bzw. 386.000 Fällen.
Forschung: Jacques Ferlay, Philippe Autier und Peter Boyle, International Agency for Research on Cancer, Lyon; und andere
Veröffentlichung Annals of Oncology, DOI 10.1093/annonc/mdl498
WWW:
International Agency for Research on Cancer
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