Titan trägt eine Haube aus Wolken
2. Februar 2007 | Druckversion
Eine riesige Wolke über der Nordpolregion des Saturnmonds Titan hat die Sonde Cassini abgelichtet. Das Wolkensystem hat einen Durchmesser von rund 2.400 Kilometern und besteht vorwiegend aus Methan und anderen Kohlenwasserstoffen. Diese könnten herabregnen und zahlreiche Seen in der Region füllen.

Mit dem Einzug des Frühlings wird die Nordpolarregion des Titan immer besser sichtbar. Rot, Grün und Blau entsprechen Infrarot-Wellenlängen von 5, 2,7 und 2 Mikrometern. Bild: NASA/JPL/University of Arizona
“Wir wussten, dass diese Wolke dort sein musste, ihre Größe und Struktur haben uns gleichwohl überrascht”, erklärt Christophe Sotin von der Université de Nantes, einer der an den Beobachtungen beteiligten Wissenschaftler. “Dieses Wolkensystem könnte das Schlüsselelement für die Entstehung organischer Verbindungen und ihrer Wechselwirkung mit der Oberfläche sein.”
Cassini hatte das jetzt veröffentlichte Infrarotbild während des Vorbeiflugs am 29. Dezember 2006 aus einer Entfernung von 90.000 Kilometern aufgenommen. Die darauf erkennbare Wolkendecke reicht vom Nordpol bis in 60 Grad nördlicher Breite - auf der Erde entsprechend der Lage Stockholms. Bei einem weiteren Vorbeiflug Mitte Januar war sie ebenfalls noch erkennbar.
Bislang sei die Wolke in der winterlichen Dunkelheit verborgen gewesen, so die Forscher. Indem der Frühling auf der Nordhalbkugel des Titan Einzug halte, werde sie immer besser sichtbar und gleichzeitig wohl auch schrumpfen, während ihr Pendant über dem Südpol wachsen dürfte. Ähnlich könnte es den Seen ergehen, vermutet Sotins Kollegin Stephanie Le Mouelic. “In diesem Jahr wird es noch 16 weitere Vorbeiflüge geben. Das sollte es uns ermöglichen, die Entwicklung dieses Wolkensystems im Laufe der Zeit zu verfolgen.”
Ein Jahr auf dem Saturn und seinen Monden dauert 29,5 Erdjahre. Klimamodellen zufolge, dürften die Polarregionen des Titan jeweils nur einen Bruchteil dieser Zeit frei von größeren Wolkensystemen sein.
Forschung: Christophe Sotin und Stephanie Le Mouelic, Laboratoire de Planétologie et Géodynamique, Université de Nantes, und Jet Propulsion Laboratory, Pasadena, Kalifornien; und andere
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Planétologie et Géodynamique, Université de Nantes
Cassini-Huygens
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