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Lungenkrebs am Auswurf erkennen

22. Januar 2007 06:22

Aus der Lunge abgehusteter Schleim kann frühzeitig Hinweise auf eine Krebserkrankung liefern. Entsprechende Hinweise präsentieren amerikanische Pathologen im Fachblatt “Clinical Cancer Research”. Anhand der im Auswurf enthaltenen Zellen konnten sie 76 Prozent der Patienten identifizieren, die einen bestimmten Typ von Lungenkrebs aufwiesen.

Feng Jiang von der University of Maryland und seine Kollegen untersuchten die Zellen im Sputum auf das Vorhandensein zweier Gene, die vermutlich die Entstehung von Tumoren unterdrücken können. Bisherige Tests, die allein das Erscheinungsbild der Zellen nutzten, könnten kaum 50 Prozent der Betroffenen erkennen, so die Forscher.

“Es besteht ein dringender Bedarf an Biomarkern für die frühzeitige und nicht-invasive Diagnose von Lungenkrebs”, so Jiang, “und diese zwei Gene scheinen exzellente Kandidaten für einen solchen Test zu sein.” Zwar sei die derzeitige Trefferquote des Gentests noch nicht ausreichend für den klinischen Einsatz. Eine verfeinerte Version mit mehr Genen könne jedoch für Reihenuntersuchungen eingesetzt werden, etwa an ehemaligen oder aktuellen Rauchern.

In früheren Studien hatten Jiang und Kollegen eine Reihe von Genen identifiziert, die in Zellen von Lungentumoren inaktiviert sind. Nun untersuchten die Forscher die Zellen im morgendlichen Auswurf von 38 Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, 36 krebsfreien Rauchern und 28 gesunden Nichtrauchern auf den Zustand dreier potenzieller Tumorsuppressorgene (HYAL2, FHIT und SFTPC). Mit Hilfe fluoreszierender DNA-Sonden fanden sie, dass HYAL2 und FHIT in 45 bzw. 40 Prozent der Sputum-Zellen fehlten, wenn dies auch in den entsprechenden Tumoren der Fall war. Durch Kombination beider Gene konnten sie 76 Prozent der betroffenen Teilnehmer identifizieren.

Der Test schlug auch bei acht Prozent der nicht-betroffenen Raucher an, jedoch bei keinem der Nichtraucher. Nach Ansicht Jiangs muss dieses Resultat keine Schwäche des Tests signalisieren - im Gegenteil: “Diese Deletionen bei krebsfreien Rauchern könnten einen frühen Hinweis auf sich entwickelnden, noch unentdeckten Lungenkrebs darstellen. Das können wir aber nicht ohne längere Beobachtung sagen.”

Forschung: Feng Jiang, Department of Pathology, School of Medicine, University of Maryland, Baltimore; und andere

Veröffentlichung Clinical Cancer Research, Vol. 13(2)

WWW:
Department of Pathology, University of Maryland
Krebsinformationsdienst, DKFZ
- Lungenkrebs
Tumorzytogenetik
Sputum

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