Atemtraining erhöht Ausdauer im Wasser
18. Januar 2007 17:01
Das Wasser erschwert Schwimmern und Tauchern nicht nur das Vorwärtskommen, sondern auch das Luftholen. Die Kräftigung der Atemmuskulatur kann daher eine bemerkenswerte Leistungssteigerung zeitigen, haben amerikanische Mediziner ermittelt. Nach einem mehrwöchigen Training atmeten ihre Freiwilligen im Wasser befreiter und hielten bei Ausdauertests länger durch.
“Wenn wir erschöpft sind, schreiben wir das normalerweise jenen Muskeln zu, die den Körper fortbewegen”, erklärt Claes Lundgren von der University of Buffalo. Spätestens dann, wenn der Wasserdruck den Brustkorb zusammendrücke, stelle das Atmen jedoch ebenfalls einen wichtigen Faktor dar. Die neuen Resultate seien daher vor allem für Marine- und Rettungstaucher von Interesse. Vielleicht könne das Training aber auch Patienten mit Atemproblemen helfen.
Laut Lundgren haben frühere Studien gezeigt, dass der Körper in eine Art “Überlebensmodus” umschaltet, sobald die Atemmuskulatur erschöpft sei. In diesem Fall wird die Blutversorgung der Atemmuskulatur auf Kosten der lokomotorischen Muskeln erhöht, sodass letztere rascher an ihre Grenzen stoßen. An 30 jungen Männern testeten die Forscher nun die Hypothese, dass die gezielte Stärkung der Atemmuskulatur dieses Umschalten hinauszögern kann.
Einige der Probanden absolvierten vier Wochen lang ein Krafttraining für die Atemmuskulatur, bei dem sie regelmäßig gegen einen festen Widerstand so tief wie möglich ein- und ausatmeten. Andere absolvierten ein respiratorisches Ausdauertraining, bei dem sie möglichst rasch gegen einen wöchentlich erhöhten Widerstand atmeten. Die Plazebogruppe musste dagegen in immer kürzeren Abständen zehn Sekunden lang die Luft anhalten.
Nach Kraft- und Ausdauertraining hielten die Probanden beim Schnorcheln bis zu 33 Prozent und beim Gerätetauchen bis zu 66 Prozent länger durch, berichten die Forscher im “European Journal of Applied Physiology”. Gleichzeitig sank ihre Atemfrequenz, während ihr Atemzugvolumen stieg. In der Kontrollgruppe waren dagegen keine Veränderungen festzustellen.
Forschung: Juli A. Wylegala, David R. Pendergast, Luc E. Gosselin, Dan E. Warkander und Claes E.G. Lundgren, Center for Research and Education in Special Environments, Department of Physiology and Biophysics und Department of Exercise and Nutrition Science, State University of New York at Buffalo
Veröffentlichung European Journal of Applied Physiology, DOI 10.1007/s00421-006-0359-6
WWW:
Center for Research and Education in Special Environments, SUNY Buffalo
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