Posted in: Astronomie 17. Januar 2007 06:01 Weiter lesen →

Sternhaufen vergehen schnell

Kleinere Gruppen neugeborener Sterne lösen sich relativ schnell auf. Wie schnell, haben amerikanische Astronominnen ermittelt. Ihren Beobachtungen einer nahe gelegenen Galaxie zufolge, haben die meisten offenen Sternhaufen weniger als 25 Millionen Jahre Bestand.

Offene Sternhaufen entstehen, wenn eine große Gaswolke in sich zusammenfällt und förmlich verklumpt. Anders als bei den größeren Kugelsternhaufen, genügt ihre Schwerkraft jedoch nicht, um die Gruppe dauerhaft zusammenzuhalten. Die neuen Resultate ließen vermuten, „dass die Prozesse, die zur Auflösung der Sternhaufen beitragen, extrem effizient arbeiten“, erklärt Anne Pellerin vom Space Telescope Science Institute in Baltimore, Maryland.

Pellerin und ihre Kolleginnen nutzten das Weltraumteleskop Hubble, um die Galaxie NGC 1313 zu beobachten. Dabei interessierten sie sich vor allem für sehr massereiche B-Sterne. Diese Hitzköpfe strahlen besonders intensiv und haben ihren Brennstoff binnen 5 bis 25 Millionen Jahren aufgebraucht. Der Anteil solcher Sterne in offenen Sternhaufen sollte daher Aufschluss über die Haufen-Lebensdauer geben, so die Überlegung der Forscherinnen. Zu ihrer Überraschung fanden sie, dass die meisten B-Sterne in NGC 1313 allein durchs All ziehen.

Zudem sind die B-Sterne in der Galaxie stärker verstreut als ein noch massiverer, noch kurzlebigerer Sterntyp, berichtete die Gruppe kürzlich auf einer Fachtagung in Seattle. Offenbar explodieren diese O-Sterne als Supernovae, bevor sie sich in nennenswertem Maße aus ihren Sternhaufen stehlen können. Und vielleicht tragen solche Explosionen sogar zur Auflösung der Sternhaufen bei, spekulieren die Forscherinnen. Indem die Supernovae Staub und Gas aus einem Sternhaufen pusten, könnten sie seine Schwerkraft und damit seinen Zusammenhalt zusätzlich schwächen.

Forschung: Anne Pellerin, Martin J. Meyer und Daniela Calzetti, Space Telescope Science Institute, Baltimore, Maryland, und H. Jason, Steward Observatory, University of Arizona, Tucson

Präsentation auf dem 209th Meeting of the American Astronomical Society, #244.03

WWW:
Space Telescope Science Institute
Sternhaufen
Spektralklasse
The Topsy-Turvy Galaxy

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