Keine Zeit für Außerirdische
17. Januar 2007 |
Allein in der Milchstraße könnte es Abermilliarden Sterne mit lebensfreundlichen Planeten geben. Doch selbst einer hochentwickelten Zivilisation wäre diese Vielfalt kaum zugänglich, demonstrieren Computersimulationen eines dänischen Forschers. Schon die flüchtige Erkundung eines kleinen Ausschnitts unserer Heimatgalaxie würde demnach mehrere Milliarden Jahre dauern.
“Diese Resultate liefern eine mögliche Erklärung für das Fermi-Paradoxon”, schreibt Rasmus Bjørk von der Universität Kopenhagen in einer online zur Diskussion gestellten Arbeit. Das Paradoxon stellt die vermutliche Existenz technologisch fortgeschrittener Außerirdischer gegen die Tatsache, dass es bislang keine Anzeichen für ihre Existenz gibt. “Wir sind noch nicht von außerirdischen Zivilisationen kontaktiert worden, weil sie noch nicht ausreichend Zeit hatten, uns zu finden”, so Bjørk.
Der Student ging von einem relativ einfachen Suchschema aus: Eine Muttersonde wird in die Tiefe des Raums geschickt und setzt dort mehrere Tochtersonden frei. Diese fliegen an allen Sternen in ihrer Umgebung vorbei, beobachten eventuell vorhandene Planeten und halten Ausschau nach Licht und Funkwellen nutzenden bzw. die Umwelt verschmutzenden Lebensformen. Alle Sonden rasen dabei mit einem Zehntel der Lichtgeschwindigkeit durch das All.
Um auf diese Weise 40.000 Planetensysteme auf Leben “abzuklopfen”, würde eine Sonde mit acht Tochtersonden mindestens 250.000 Jahre benötigen, schätzt Bjørk. Um 10.000 solcher Regionen in unserem Quadranten der Galaxis zu erkunden, knapp vier Prozent aller Milchstraßen-Sterne, würden acht Muttersonden mit je acht Tochtersonden sogar 9,6 Milliarden Jahre benötigen. Zum Vergleich: Das Alter des Universums wird mit etwa 13,7 Milliarden Jahren veranschlagt.
“Die gesamte Galaxis auf diese Weise mit Sonden abzusuchen, ist ein Ding der Unmöglichkeit”, folgert Bjørk. Eine hypothetische Möglichkeit, die Suche zu beschleunigen, seien Methoden zur überlichtschnellen Ortsveränderung. Sehr viel einfacher sei es jedoch, zunächst mit Teleskopen nach Sternen zu fahnden, die lebensfreundliche Planeten besitzen könnten, und erst dann die Sonden loszuschicken. Eine solche “Späh-Mission” ist kürzlich mit dem europäischen Satelliten Corot in die Erdumlaufbahn gebracht worden. Weitere Missionen sind sowohl bei der ESA als auch bei der amerikanischen NASA in Planung.
Forschung: Rasmus Bjørk, Niels Bohr Institutet, Københavns Universitet
Preprint astro-ph/0701238
WWW:
Niels Bohr Institutet
Drake Calculator
Wo sind sie nur alle?
Corot, Darwin, Terrestrial Planet Finder
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Gasriesen fördern lebensfreundliche Planeten
Gute Lebensbedingungen in der Milchstraße



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