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Schulstudie: Unterrichtsstunden sind zu kurz

15. Januar 2007 |

45 Minuten Unterrichtszeit sind nicht genug, damit Schüler sinnvoll lernen können. Das folgern Bildungsforscher der Universität Duisburg-Essen aus einer Videostudie. Die Wissenschaftler werteten 80 Unterrichtsstunden von 18 Physikklassen an acht Gymnasien und drei Gesamtschulen aus.

Die Forscher um den Physikdidaktiker Hans Ernst Fischer analysierten Unterrichtsstunden aus Essen, Oberhausen, Bocholt, Dortmund, Arnsberg und Wuppertal. Die Lernprozesse der Schüler standen dabei im Mittelpunkt.

Die ideale Schulstunde muss nach Meinung der Forscher mehrere Phasen beinhalten: Nach einer einführenden Phase zu Beginn sollen erarbeitende Phasen folgen, die von vertiefenden, verallgemeinernden oder reflektierenden Phasen am Ende des Unterrichts ergänzt werden. Erst damit erhielten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, neues Wissen einordnen und behalten zu können, glauben die Bildungsforscher.

“Ganz wichtig für sinnvolles Lernen sind vor allem die Reflexions- und Verallgemeinerungsphasen am Ende einer Unterrichtsstunde, für die bei 45 Minuten Unterrichtszeit häufig die Zeit nicht reicht”, sagt Forschungsleiter Fischer. Es habe sich gezeigt, dass selbst bei erfahrenen Physiklehrerinnen und -lehrern nicht alle notwendigen Unterrichtsphasen durchlaufen werden.

Die Forscher empfehlen, die traditionelle Unterrichtsdauer von 45 Minuten zu verlängern und dafür entsprechend weniger Unterrichtsstunden in den Schulalltag zu legen.

Forschung: Arbeitsgruppe Fischer / Didaktik der Physik an der Universität Duisburg-Essen

WWW:
Homepage der Arbeitsgruppe

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