Stammzellen gegen Hirntumoren?
Mittwoch, 10. Januar 2007, 6:01 • Rubrik Medizin.
Vorläufer von Nervenzellen können verblüffende Wirkung auf Hirntumoren haben. Das hat eine schwedische Medizinerin entdeckt. Die Zellen können die Tumoren aktiv aufsuchen und ihr Wachstum hemmen. Auf welche Weise sie das bewerkstelligen und ob sich daraus ein Behandlungsansatz ergeben könnte, ist noch offen.
“Dieser Effekt hat uns selbst ziemlich überrascht”, sagt Karin Staflin von der Universität Lund. Nachdem andere Forscher über die Zielsuchfähigkeiten neuronaler Vorläuferzellen berichtet worden war, hatte die Doktorandin herausfinden wollen, ob die Zellen genutzt werden könnten, um Wirkstoffe in die Tumoren zu schleusen. Zu ihrem Erstaunen fand sie, dass die trojanischen Pferde keine aggressive Fracht benötigen.
Staflin und Kollegen studierten Ratten, die Hirntumoren aus der Gruppe der Gliome aufwiesen. Diese Tumoren wachsen besonders rasch und lassen sich mit derzeitigen Therapien nicht wirksam bekämpfen. Versuchsweise injizierte die Gruppe embryonale Nerven-Vorläuferzellen in die Hirne der Versuchstiere. Diese überlebten daraufhin deutlich länger als Kontrolltiere mit den gleichen Tumoren, in etwa jedem vierten Fall bildete sich die Geschwulst sogar vollständig zurück.
Vorläuferzellen und Krebszellen sei eine geringe Spezialisierung gemein, so die Forscherin. Vielleicht könnten sie deshalb besser miteinander kommunizieren als Krebszellen und ausdifferenzierte Zellen. In diesem Fall stelle sich allerdings die Frage, warum die im Gehirn ohnehin vorhandenen Vorläuferzellen nicht ebenfalls einen Hemmeffekt auf Tumoren entfalteten.
Forschung: Karin Staflin, Institutionen för Experimentell Medicinsk Vetenskap, Lunds universitet
WWW:
Experimentell Medicins Vetenskap, Lund
Hirntumoren
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Umgedreht: Fresszellen nähren Hirntumoren
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