Top

Schwarzer Diamant aus dem All?

10. Januar 2007 |

Kohlschwarze Diamanten stammen nicht aus dem Schoß der Erde, sondern aus dem Weltraum. Diese Vermutung bekräftigen neue Messungen amerikanischer Geowissenschaftler. In vielerlei Hinsicht ähnelt die Zusammensetzung der “Carbonados” demnach der von Diamanten, wie sie in Meteoriten gefunden und im All beobachtet worden sind.

Carbonados sind bislang nur in Brasilien und Zentralafrika gefunden worden. Anders als “normale” Diamanten, sind sie undurchsichtig und porös, weisen eine matte Oberfläche auf und erinnern insgesamt eher an Koks. Schon ihr Gehalt an metallischen Spurenelementen spreche gegen einen Ursprung im Erdmantel, erläutern die Forscher um Jozsef Garai von der Florida International University.

Um mehr über den Aufbau der schwarzen Diamanten zu erfahren, bombardierten Garai und Kollegen vier Carbonados mit intensiver Infrarot-Strahlung. Frühere Untersuchungen dieser Art waren auf das Problem gestoßen, dass die Poren der Steine Silikatmineralien enthalten, welche ausgerechnet im besonders interessanten Wellenlängenbereich zwischen 7,7 und 10 Mikrometern absorbieren. Um diesen Störfaktor zu beseitigen, zermahlten die Forscher ihre Carbonados zunächst zu feinem Pulver, das sie mehrere Tage lang mit Salz- und Flusssäure behandelten.

Wie die Gruppe in den “Astrophysical Journal Letters” berichtet, enthält das Material sowohl Stickstoff als auch Wasserstoff in Form und Menge, wie es typisch für Diamanten aus dem All ist. Daher sei es denkbar, dass sich der Kohlenstoff der Carbonados in einer wasserstoffreichen Region im All zusammengelagert habe - unter ähnlichen Bedingungen wie bei der Abscheidung künstlichen Diamants aus der Gasphase. Vermutlich seien der schwarze Diamant dann vor 2,6 bis 3,8 Milliarden Jahren mit einem Asteroiden auf die Erde gelangt.

Forschung: Jozsef Garai und Stephen E. Haggerty, Department of Earth Sciences, Florida International University, Miami; Sandeep Rekhi und Mark Chance, Case Center for Synchrotron Biosciences, National Synchrotron Light Source, Brookhaven National Laboratory, Upton, New York

Veröffentlichung Astrophysical Journal, Vol. 653, L153-L156

WWW:
Homepage Jozsef Garai
Molecule of the Month: Diamond
Diamonds in the Sky

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Künstlicher Diamant härter als das Original
Astronomen finden größten Diamanten

Bottom