Posted in: Astronomie 8. Januar 2007 13:01 Weiter lesen →

Wenig Zeit für Gasriesen

Gasplaneten vom Schlage des Jupiter wachsen entweder rasch oder gar nicht. Für diese Vermutung spricht eine Musterung 15 sonnenähnlicher Sterne durch amerikanische und deutsche Astronomen. Selbst in der Nähe von wenige Millionen Jahre jungen Sternen findet sich demnach kaum noch Rohstoff für angehende Gasriesen.

Zeichnung: Gelblicher Gasriese mit zwei dunklen Monden, im Hintergrund ein gleißend heller Stern, Schatteneffekt in dünnen Gasschleiern

Gasriesen vom Kaliber des Jupiter bleibt wenig Zeit, die Gasreste in der Umgebung eines jungen Sterns zusammenzukehren. Grafik: Courtesy NASA/JPL-Caltech/T.Pyle (SSC)

In keinem Fall habe der Gasvorrat mehr als ein Zehntel der Jupitermasse betragen, erläutert Ilaria Pascucci von der University of Arizona. „Dies deutet darauf hin, dass sich Gasriesen wie Jupiter und Saturn in diesen Analoga des jungen Sonnensystems bereits gebildet haben – oder es niemals tun werden.“ Die Forscherin und ihre Kollegen präsentieren ihre Resultate auf einer Fachtagung in Seattle.

Die Gruppe nutzte das Infrarot-Weltraumteleskop Spitzer und das Submillimeterteleskop der Universität, um 15 junge sonnenähnliche Sterne zu beobachten. Anhand der Infrarot- bzw. Radiostrahlung schätzen die Forscher die Masse von relativ warmen bzw. kalten Gas in jenen Zonen, die im Sonnensystem der Region zwischen Jupiter und Erde und der Region jenseits des Saturn entsprechen. Selbst in der Umgebung der jüngsten Studienobjekte fiel das Resultat eher mager aus.

Das Gas in der Umgebung eines jungen Sterns könnte nicht nur als Baumaterial für Planeten fungieren. Möglicherweise verhilft es auch kleinen terrestrischen Planeten von einer elliptischen auf eine eher kreisförmige Umlaufbahn und damit zu gleichmäßigen Umgebungsbedingungen. Sollte es bei den beobachteten Sternen erdähnliche Planeten geben, könnten die extremen Temperaturschwankungen auf ihnen die Entwicklung von Leben stören, so Pascucci.

Forschung: Ilaria Pascucci und Michael R. Meyer, Steward Observatory, University of Arizona, Tucson; Uma Gorti, Department of Astronomy, University of California, Berkeley; Jeroen Bouwman, Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg; und andere

Veröffentlichung Astrophysical Journal, Vol. 651, pp 1177-93; Präsentation auf dem 209th Meeting of the American Astronomical Society, Seattle

WWW:
Formation & Evolution of Planetary Systems Group, University of Arizona
Star and Planet Formation

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Sterne werden schnell erwachsen
Strahlungsfeste Planetenentstehung

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