Top

Prostatakrebs häufiger bei Männern ohne Söhne

4. Januar 2007 |

Das Risiko für Prostatakrebs scheint auch von Genen auf dem männlichen Geschlechtschromosom abzuhängen. Entsprechende Resultate haben amerikanische und israelische Medizinerinnen im Rahmen einer Studie mit knapp 39.000 Männern erhalten. Bei jenen, die ausschließlich Töchter gezeugt hatten, trat der Krebs mit 40 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit auf.

Der Effekt des Ausbleibens von Söhnen war umso stärker, je mehr Kinder die Männer hatten, berichten Susan Harlap von der New Yorker Columbia University und ihre Kolleginnen im “Journal of the National Cancer Institute”. Im Gegenzug sank das Risiko für Prostatakrebs mit der Zahl der Söhne.

Das Geschlecht des Nachwuchses hängt davon ab, ob das im Wettrennen um die Eizelle erfolgreiche Spermium ein X- oder ein Y-Chromosom beisteuert. Frühere Studien hatten vermuten lassen, dass Gene auf dem “männlichen” Y-Chromosom die Wahrscheinlichkeit für Prostatakrebs beeinflussen. Harlap und Kolleginnen untersuchten nun, ob solche Gene auch die Konkurrenzfähigkeit der Spermien und damit das Geschlechterverhältnis des Nachwuchses beeinflussen könnten.

Für ihre Studie analysierten die Forscherinnen Daten von 38.934 Männern und deren in den Jahren 1964 bis 1976 geborene Kinder. Bis zum Jahr 2005 wurde bei 712 Studienteilnehmern Krebs der Prostata festgestellt. Das erhöhte Erkrankungsrisiko bei Männern ohne Söhne spreche für einen Einfluss des Y-Chromosoms, so Harlap. “Unsere Resultate lassen vermuten, dass die biologische Bedeutung des Fehlens von Söhnen mit der Familiengröße steigt - unabhängig davon, was letztlich das Erkrankungsrisiko steigen lässt.”

Forschung: Susan Harlap und Mary B. Terry, Department of Epidemiology, Mailman School of Public Health, Columbia University; Ora Paltiel, Epidemiology Unit, Hadassah School of Public Health, Hebrew University, Jerusalem; und andere

Veröffentlichung Journal of the National Cancer Institute, Vol. 99(1), pp 77-81, DOI 10.1093/jnci/djk007

WWW:
Department of Epidemiology, Columbia University
- Cancer in the Jerusalem Perinatal Study
Krebsinformationsdienst, DKFZ Heidelberg
- Prostatakrebs

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Mögliche Verbindung zwischen Cholesterin und Prostatakrebs
Viel Testosteron, hohes Risiko für Prostatakrebs

Bottom