Springspinne jagt Malaria-Moskitos
27. Dezember 2006 |
Als ausgesprochene Feinschmeckerin hat sich eine in Ostafrika heimische Springspinne entpuppt. Ein Forscherduo aus Neuseeland und Kenia hat entdeckt, dass die Spinne nicht nur mit Blut vollgesogene Stechmücken als Beute bevorzugt. Unabhängig davon, erlegt sie am liebsten Vertreter der Gattung Anopheles, den Überträgern der Malaria.
Eine derartige Vorliebe für Anopheles-Mücken sei bislang weder von Spinnen noch von irgendeinem anderen Räuber bekannt gewesen, schreiben Ximena Nelson und Robert Jackson von der University of Canterbury im Fachblatt “PLoS ONE”. Die Springspinne lebe “in der Umgebung des Victoriasees und damit in einer Region, die selbst gemessen an afrikanischen Maßstäben erheblich unter der Malaria zu leiden hat”. Umso bedeutender sei die Klärung der Frage, ob die achtbeinige Jägerin bei der Eindämmung der Krankheit helfen könne.
Erst vor einem Jahr hatten Nelson und Jackson berichtet, dass Springspinnen der Art Evarcha culicivora bevorzugt Mückenweibchen erlegen, die gerade an einem Wirbeltier Blut gesaugt haben. Bei ihren neuen Experimenten präsentierten sie den Spinnen tote Mücken unterschiedlicher Arten, die “in lebensechter Haltung” auf Korkplättchen befestigt waren. Vor die Wahl zwischen Anopheles-Mücken und anderen Stechmücken bzw. nicht-stechenden Mücken gestellt, hielten sich junge und ausgewachsene Spinnen in 80 bis 95 Prozent der Fälle an die Malaria-Überträgerinnen.
Versuchsweise erstellten Nelson und Jackson Computer-Trickfilme von sich putzenden Mücken, bei denen sie einzelne Faktoren gezielt manipulieren konnten. Als Erkennungsmerkmal dient den Spinnen demnach die charakteristische Körperhaltung der Anopheles-Stechmücken: In Ruhestellung wie auch beim Blutsaugen weist der Hinterleib der Insekten schräg nach oben, bei anderen Mücken steht er dagegen parallel zur Unterlage oder weist nach unten.
Forschung: Ximena J. Nelson und Robert R. Jackson, School of Biological Sciences, University of Canterbury, Christchurch, und International Centre of Insect Physiology and Ecology (ICIPE), Mbita Point
Veröffentlichung PLoS ONE, Vol. 1(1), e132, DOI 10.1371/journal.pone.0000132
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Homepage Ximena Nelson
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International Centre of Insect Physiology and Ecology
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