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Schnuppern unter Wasser

20. Dezember 2006 |

Einige Säugetiere können unter Wasser schnuppern, auch ohne ihre Nasenhöhle zu fluten. Entsprechende Beobachtungen präsentiert ein amerikanischer Biologe im Magazin “Nature”. Der ebenso einfache wie elegante Trick: Die Tiere atmen eine kleine Luftblase gegen das zu untersuchende Objekt und saugen sie rasch wieder in die Nase zurück.

Foto: Von Tastfortsätzen umkranzte Schnauze eines Sternmulls, von unten gesehen, aus jedem Nasenloch ist eine schillernde Luftblase ausgetreten und zwischen den Fortsätzen gefangen

Beim Sternmull fangen sich die ausgeatmeten Luftblasen zwischen den Tastfortsätzen an der Schnauzenspitze. Foto: Ken Catania

“Es ist praktisch unvermeidlich, dass Duftstoffmoleküle in die Luft übergehen und in die Nase gezogen werden, wenn die Blase wieder eingeatmet wird”, erklärt Kenneth Catania von der Vanderbilt University in Nashville. Bei seinen Versuchen konnten Sternmulle und Wasserspitzmäuse dank dieser Technik den Duftspuren von Regenwürmern und Fischen folgen.

Catania fiel das merkwürdige Verhalten auf, als er Hochgeschwindigkeitsaufnahmen von Sternmullen (Condylura cristata) begutachtete. Sowohl die Frequenz des Aus- und Einatmens als auch das Volumen der Blasen entsprechen demnach dem Schnüffeln an Land.

Versuchsweise zog der Forscher Duftfährten am Boden eines Aquariums und bedeckte diese mit einem Gitter, durch das zwar die Nasen-Luftblasen passten, nicht jedoch die Tastfortsätze an der Schnauze der Sternmulle. Dennoch fanden die Tiere in rund 85 Prozent der Versuche die Fährte. Waren die Löcher in der Abdeckung dagegen so fein, dass auch die Blasen nicht mehr hindurchpassten, erzielten die Mulle nur mehr Zufallstreffer. Ähnliche Resultate erbrachten Versuche mit Wasserspitzmäusen (Sorex palustris).

“Wenn sich Säugetiere an das Leben im Wasser anpassen, verkümmert ihr Geruchssinn üblicherweise”, so Catania weiter. “Das Paradebeispiel dafür sind die Wale, von denen viele ihren Geruchssinn verloren haben.” Die neuen Resultate zeigten, wie sich diese Entwicklung durch das Produzieren der eigenen Riech-Luft umgehen lasse. Vielleicht werde der gleiche Mechanismus auch von Ottern, Seehunden und anderen im Wasser lebenden Säugern genutzt.

Forschung: Kenneth C. Catania, Department of Biological Sciences, Vanderbilt University, Nashville, Tennessee

Veröffentlichung Nature, Vol. 444, 21./28. Dezember 2006, pp 1024-5, DOI 10.1038/nature4441024a

WWW:
Homepage Kenneth Catania
Condylura cristata
Geschmacks- und Geruchssinn der Wale

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Menschen können Fährten riechen

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