Wie Lachen ansteckt
Mittwoch, 13. Dezember 2006, 6:00 • Rubrik Psychologie.
Wenn ein Mensch herzhaft lacht, gehen unwillkürlich auch die Mundwinkel der Umstehenden nach oben. Warum das so ist, glaubt eine britische Forschergruppe erklären zu können. Laut ihren Untersuchungen imitiert das menschliche Gehirn das Tun und Handeln anderer Personen besonders eifrig, wenn positive Emotionen im Spiel sind.
Der Effekt gehe auf ein regelrechtes Spiegelsystem im Kopf zurück, erläutert Sophie Scott vom University College London. “Schon seit geraumer Zeit ist bekannt, dass Menschen bei einer Unterhaltung das Verhalten ihres Gesprächspartners nachahmen, seine Wortwahl und seine Gesten. Jetzt konnten wir zeigen, dass Ähnliches beim Lachen geschieht – zumindest im Hirn.”
Scott und Kollegen spielten ihren Probanden verschiedene Laute vor, während sie per funktioneller Kernspintomographie ihre Gehirnaktivität kartierten. Stets zeigte sich eine Reaktion in jenem Teil der Großhirnrinde, der die Gesichtsmuskulatur auf eine Kontraktion vorbereitet, berichtet die Gruppe im “Journal of Neuroscience”. Allerdings war diese Antwort des prämotorischen Kortex bei Lachen oder triumphierendem Johlen deutlich stärker als bei Kreischen oder Würgelauten. Positiv behaftete Laute scheinen “ansteckender” zu sein als negativ behaftete.
“Diese Reaktion des Gehirns erlaubt es uns, das Verhalten anderer zu imitieren und sozial zu interagieren”, so Scott weiter. “Damit könnte sie eine wichtige Rolle beim Aufbau starker Bindungen zwischen den Individuen in einer Gruppe spielen.”
Forschung: Frank Eisner und Sophie K. Scott, Institute of Cognitive Neuroscience, University College London; und andere
Veröffentlichung Journal of Neuroscience, 13. Dezember 2006
WWW:
Speech Communication Group, Sophie Scott
The Mind’s Mirror
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