Posted in: Astronomie 6. Dezember 2006 14:28 Weiter lesen →

Schwarzes Loch frisst Stern

Wie ein Schwarzes Loch einen Stern verschlingt, haben amerikanische und französische Astronomen erstmals im ultravioletten Licht und vom ersten bis zum letzten Bissen verfolgen können. Ihre Beobachtungen zeigen, wie die Materie des Sterns in die Schwerkraftfalle stürzt und dabei energiereiche Strahlung aussendet.

Illustration: Ende eines Sterns in drei Akten: Hell leuchtende Kugel wird in der Nähe einer tiefschwarzen Kugel stark deformiert, dann zu einem Materieschweif gedehnt, der immer bläulicher glimmt

In der Nähe eines Schwarzen Lochs wird ein Stern zu einem Materiestrom zermahlen. Bis dieser hinter dem Ereignishorizont verschwindet, heizt er sich immer stärker auf. Grafik: NASA/JPL-Caltech

Das Drama nahm im Zentrum einer bis dato völlig unauffälligen Galaxie seinen Lauf, berichten Suvi Gezari vom California Institute of Technology im „Astrophysical Journal“. Daher sei es sehr wahrscheinlich, dass die Strahlung tatsächlich vom gewaltsamen Ende eines Sterns herrühre – und nicht etwa von einem mehr oder weniger steten Materiestrom, wie er Schwarze Löcher in den aktiven Zentren anderer Galaxien nähre.

Die ersten Hinweise auf das Ereignis fanden Gezari und Kollegen in Form eines Ausbruchs ultravioletter Strahlung, aufgefangen von dem Satelliten Galaxy Evolution Explorer. Quelle war das Zentrum einer gut vier Milliarden Lichtjahren weit entfernten Galaxie, die bis dahin nicht einmal eine formelle Bezeichnung erhalten hatte.

In den folgenden zwei Jahren richtete die Gruppe den Satelliten und weitere Teleskope immer wieder auf die Galaxie und konnte so verfolgen, wie die Strahlung immer schwächer wurde. Die Daten passten gut zu dem theoretischen Bild eines galaktischen Mahlstroms, berichten die Forscher. Nachdem das Schwerkraftgefälle des Schwarzen Lochs einen Stern förmlich zerrissen habe, gerate dessen Materie in einem Strudel immer näher an das Objekt heran. Dabei heize sie sich auf und sende energiereiche Strahlung aus, bis sie schließlich hinter dem Ereignishorizont verschwinde.

Forschung: Suvi Gezari und D. Christopher Martin, California Institute of Technology, Pasadena; Bruno Millliard, Laboratoire d’Astrophysique de Marseille; und andere

Veröffentlichung Astrophysical Journal, Vol. 653, 10. Dezember 2006, L25-L28

WWW:
Space Radiation Lab, Caltech
Laboratoire d’Astrophysique de Marseille
Galaxy Evolution Explorer
Black Holes

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Neue Belege für Ereignishorizont
Beobachtet: Stern von Schwarzem Loch zerrissen

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