Mediziner: Kein Tennisarm durch falsche Griffstärke
Freitag, 1. Dezember 2006, 19:03 • Rubrik Gesundheit, Sport.
Viele Tennisspieler machen die schmerzhafte Erfahrung, dass sich ihr Sport ungünstig auf die Sehnen an Ellbogen und Handgelenk auswirkt. Zumindest die Stärke des Schlägergriffs scheint bei dem resultierenden Tennisarm keine Rolle zu spielen, haben amerikanische Mediziner ermittelt. Die Muskelaktivität im Unterarm variiert demnach kaum, wenn die Griffstärke von dem empfohlenen Maß abweicht.
“Ärzte raten Patienten mit Tennisarm häufig, eine andere Griffstärke auszuprobieren, um eine Muskelermüdung zu vermeiden”, erklärt George Hatch von der University of Southern California. “Unsere Studie zeigt, dass solche Ratschläge jeglicher wissenschaftlicher Basis entbehren.” Vielmehr sollten Tennisspieler sich eine korrekte Schlagtechnik aneignen und ihrem Körper die nötigen Regenerationspausen gönnen.
Eine Methode zum Ermitteln der korrekten Griffstärke geht vom Abstand zwischen Ringfingerspitze und der mittleren Querlinie in der Handfläche aus. Mit einigem Aufwand machten sich Hatch und Kollegen daran, den Einfluss nicht-optimaler Griffstärken zu ermitteln. Dazu filmten sie 16 semiprofessionelle Tennisspieler und -spielerinnen, während diese gegen eine Ballmaschine spielten. Alle Probanden hatten sich zwecks Registrierung der Muskelaktivität feine Elektroden in fünf Unterarm-Muskeln stechen lassen.
Hatch und Kollegen synchronisierten Videoaufnahmen und Elektromyogramme und ermittelten so, wie die Muskeln in jeder Schlagphase arbeiten mussten. Wie die Mediziner im “American Journal of Sports Medicine” berichten, veränderte sich das Aktivitätsmuster nicht wesentlich, wenn die Griffstärke um ein viertel Zoll unter bzw. über dem berechneten Optimalwert lag.
Forschung: George F. Hatch III., Department of Orthopaedic Surgery, University of Southern California, Los Angeles; Frank W. Jobe, Centinela Freeman Regional Medical Center, Inglewood, Kalifornien, und Kerlan-Jobe Orthopaedic Clinic, Los Angeles
Veröffentlichung American Journal of Sports Medicine, Vol. 34, Dezember 2006, pp 1977-83, DOI 10.1177/0363546506290185
WWW:
Orthopaedic Surgery, University of Southern California
Tennisarm
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