Milch für klaren Darm-Blick
29. November 2006 |
Einen neuen Anwendungszweck für Milch glaubt eine amerikanische Medizinerin gefunden zu haben. Kurz vor einer Röntgenuntersuchung des Bauchs getrunken, sorgt Milch für einen ähnlich guten Überblick wie ein herkömmliches Kontrastmittel.
Vor allem Kinder tränken Milch bereitwilliger als die sonst übliche Bariumsalz-Suspension, erklärt Lisa Shah-Patel vom St. Luke’s-Roosevelt Hospital Center, New York. Dieser Faktor könne letztlich dazu führen, dass weniger Untersuchungen kurzfristig wieder abgesagt werden müssten. Weitere Vorzüge der Milch seien die bessere Verträglichkeit und der geringere Preis: Das kommerzielle Produkt koste pro Patient umgerechnet etwa 24 Euro.
Shah-Patel und ihre Kollegen führten ihre Untersuchung an 179 Erwachsenen durch, bei denen eine computertomographische Untersuchung zur Abklärung von Bauchschmerzen angesetzt war. Vor der Untersuchung tranken die Patienten etwa 1,2 Liter einer 0,1-prozentigen Bariumsalz-Suspension oder bis zu 1,0 Liter Vollmilch. Dann erhielten sie zusätzlich ein Iod-Kontrastmittel gespritzt, um die Blutgefäße der Darmwand hervorzuheben.
Die Bewertung der Aufnahmen ergab, dass das Barium-Mittel die verschiedenen Abschnitte des Dünndarms etwas besser geweitet hatte. In beiden Gruppen sei die Darmwand jedoch ähnlich gut vom umliegenden Gewebe bzw. vom Darmlumen zu unterscheiden gewesen, berichten Shah-Patel und Kollegen auf einem Fachkongress in Chicago.
Forschung: Lisa R. Shah-Patel und David H. Frager, Department of Radiology, St. Luke’s Roosevelt Hospital, New York; und andere
Präsentation Annual Meeting of the Radiological Society of North America, Chicago; # SSG06-03
WWW:
St. Luke’s-Roosevelt Hospital Center
Kontrastmittel
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