Posted in: Medizin 27. November 2006 18:01 Weiter lesen →

Verformbarkeit verrät bösartige Tumoren

Ob ein Tumor in der Brust gefährlich ist oder nicht, können Ärzte künftig vielleicht per Ultraschall erkennen. Dieser Ansicht ist ein amerikanischer Radiologe nach einer kleinen Pilotstudie. Bösartige Geschwulste lassen sich demnach anhand ihrer leichteren Verformbarkeit von gutartigen unterscheiden.

Schätzungsweise drei Viertel aller Brusttumoren sind gutartig und bedürfen daher keiner aggressiven oder gar keiner Behandlung. Röntgenaufnahmen erlaubten häufig jedoch keine klare Unterscheidung, sodass eine Gewebeentnahme nötig sei, erläutert Richard Barr vom Northeastern Ohio Universities College of Medicine. Sollten größere Studien die Tauglichkeit der Ultraschallmethode bestätigen, könnte die Zahl solcher Biopsien deutlich gesenkt werden.

Barr untersuchte 123 Geschwulste in den Brüsten von 80 Patientinnen, bei denen eine Biopsie angesetzt worden war. Der Mediziner verglich Ultraschallaufnahmen des Gewebes, während darauf unterschiedlich starker Druck ausgeübt wurde, um aus der Verformung der Geschwulst auf deren Elastizität zu schließen. Frühere Studien hatten gezeigt, dass bösartige, zur Bildung von Tochtergeschwüren neigende Zellen weniger „steif“ sind als solche in gutartigen Tumoren.

Die Resultate der Biopsien stimmten gut mit denen der Ultraschallelastographie überein, berichtete Barr auf der Jahrestagung der Radiological Society of North America. Allein anhand ihrer Elastizität seien alle 17 bösartigen Geschwulste und 105 von 106 gutartigen Geschwulsten korrekt eingestuft worden.

Der Mediziner war bereits als Berater für Hersteller von Ultraschall-Geräten tätig. Eine Bestätigung seiner Ergebnisse erhofft er sich aus einer internationalen Studie, die Anfang nächsten Jahres beginnen soll.

Forschung: Richard G. Barr, Department of Radiology, North Eastern Ohio Universities College of Medicine, Rootstown

Präsentation Annual Meeting of the Radiological Society of North America, Chicago; #LL-BR4218-B01

WWW:
North Eastern Ohio Universities College of Medicine
Krebsinformationsdienst des DKFZ
Brustkrebs
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