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Negativ-Fund im All

27. November 2006 | Druckversion

Manchmal können sich Forscher auch über Negatives freuen. So geschehen im Fall amerikanischer Astronomen. Wie sie im Fachblatt “Astrophysical Journal” berichten, gelang ihnen der erste Nachweis negativ geladener Moleküle in den Tiefen des Alls.

Die negative elektrische Ladung stammt von einem überschüssigen Elektron. Bislang war man davon ausgegangen, dass die energiereiche Strahlung im All derartige “Anhängsel” rasch abtrennen würde. Um so erstaunter waren die Forscher um Patrick Thaddeus vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, als sie bei gleich zwei astronomischen Objekten fündig wurden.

Thaddeus und Kollegen begannen ihre Suche im Labor. Dort konnten sie zeigen, dass ein vor einigen Jahren aufgenommenes Muster von Spektrallinien letztlich auf Hexatriin zurückgeht. Dabei handelt es sich um eine Kette von sechs Kohlenstoffatomen, an deren Enden je ein Wasserstoffatom sitzt. In diesem Fall ergab sich der gesuchte Strahlungs-Fingerabdruck, wenn das Molekül einen der beiden Wasserstoffkerne abgab, das zugehörige Elektron jedoch behielt.

Mit diesem Wissen gewappnet, studierten die Forscher den alternden Stern IRC+10216 und die Molekülwolke TMC-1, beide mehrere Hundert Lichtjahre von der Sonne entfernt. Bei der Analyse der Spektren fanden sie, dass bis zu 5 Prozent des bei den Objekten vorhandenen Hexatriins in Form des negativ geladenen Molekülrumpfes vorliegen. Diese überraschend große Häufigkeit lasse auf weitere Negativ-Entdeckungen hoffen, schreiben die Forscher.

Forschung: Michael C. McCarthy, Carl A. Gottlieb, Harshal Gupta und Patrick Thaddeus, Harvard Smithsonian Center for Astrophysics und Division of Engineering and Applied Science, Harvard University, Cambridge, Massachusetts

Veröffentlichung Astrophysical Journal, Vol. 652, L141-L144

WWW:
Spectroscopy Group, Patrick Thaddeus
Molecules in Space

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