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Teststreifen mit “klebriger” DNA

21. November 2006 |

Ob ein Bewusstloser Giftstoffe im Blut hat oder nicht, kann künftig vielleicht schon der Notarzt an Ort und Stelle ermitteln. Entsprechende Teststreifen haben amerikanische Chemiker entwickelt. Ihr Nachweisverfahren arbeitet mit DNA-Strängen, die lediglich bestimmte Moleküle binden und dann eine gut sichtbare Verfärbung auslösen.

Der große Vorteil des neuen Verfahrens liege darin, dass es in der Anwendung ähnlich einfach sei wie beispielsweise ein Schwangerschaftstest aus der Apotheke, schreiben die Forscher um Yi Lu von der University of Illinois, Urbana-Champaign, im Fachblatt “Angewandte Chemie”. Bisherige Tests auf Basis von Aptameren, den DNA-Pendants zu Antikörpern, hätten dagegen einiges an Labortechnik erfordert.

Die von Lu und Kollegen entwickelten Teststreifen werden mit einem Ende in die Probelösung getaucht und saugen sich damit voll. Die Flüssigkeit erreicht zunächst einen Bereich des Streifens, in dem die Forscher winzige Goldkügelchen deponiert haben. Diese sind untereinander über DNA-Stränge mit der Aptamer-Sequenz verknüpft. Enthält die Lösung die gesuchten Moleküle, werden diese von dem Aptamer-Abschnitt gebunden. Damit löst sich gleichzeitig die Verknüpfung zwischen den Goldpartikeln.

Die einzelnen Partikel können nun mit der Flüssigkeit weiter den Teststreifen entlang wandern. Schließlich werden sie an einer “Ziellinie” gestoppt und färben diese allmählich rot. Auf dem weißen Streifen ist der Effekt mit bloßem Auge so gut erkennbar, dass der Test beispielsweise eine Kokain-Konzentration von wenigen Mikrogramm pro Milliliter Probelösung verlässlich anzeigt. Eine Aufarbeitung ist dabei nicht nötig - Speichel, Urin oder Blut können direkt getestet werden.

Forschung: Juewen Liu, Debapriya Mazumdar und Yi Lu, Department of Chemistry und Beckman Institute for Advanced Science and Technology, University of Illinois at Urbana-Champaign

Veröffentlichung Angewandte Chemie, Vol. 118(47), pp 8123-7, DOI 10.1002/ange.200603106

WWW:
Lu Group
Aptamere und Intramere

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