Drei neue Primaten-Arten auf Madagaskar entdeckt
20. November 2006 17:08
Auf Madagaskar konnten drei neue Arten von Feuchtnasenprimaten identifiziert werden. Die Tiere leben in schwer zugänglichen und bislang wenig erforschten Waldfragmenten im Norden und Nordwesten Madagaskars. Die Entdeckung gelang Wissenschaftlerinnen der Tierärztlichen Hochschule Hannover gemeinsam mit madagassischen Kooperationspartnern.

Die drei frisch entdeckten Mausmakis. Fotos: Institut für Zoologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Die Forscherinnen stießen auf drei bisher nicht bekannte Mausmaki-Arten (Microcebus spp.), die zu den Lemuren gehören. Die Verbreitungsgebiete dieser Arten sind klein und durch breite Flüsse voneinander getrennt. Diese geographische Trennung ermögliche die unterschiedliche Entwicklung der Tiere, so die Forscherinnen.
Gillian Olivieri, eine Doktorandin am Institut für Zoologie der Tierärztlichen Hochschule, war insgesamt 14 Monate im Nordwesten Madagaskars unterwegs, um Daten für ihre Dissertation zu sammeln. In dieser Zeit fuhr sie in 18 verschiedene Waldfragmente und suchte nach Mausmakis, um sie zu vermessen und genetische Proben zu sammeln. Die Daten sollen Informationen über die Besiedlungsgeschichte der Mausmakis auf Madagaskar liefern.
Auf den ersten Blick unterscheiden sich die neuen Arten Microcebus bongolavensis, Microcebus danfossi und Microcebus lokobensis kaum von ihren bereits bekannten Verwandten. Erst genetische Untersuchungen brachten die Unterschiede zu Tage, berichten die TiHo-Forscherinnen in einem Beitrag für das Fachmagazin “Molecular Phylogenetics and Evolution”.
Mausmakis kommen, wie alle Lemuren, ausschließlich auf Madagaskar vor. Sie sind mit einer Körpergröße von ca. zehn Zentimetern und einem zwölf bis 17 Zentimeter langen Schwanz die kleinsten Primaten der Welt. Ihr Gewicht beträgt zwischen 30 und 70 Gramm. Mausmakis sind nachtaktiv und schlafen tagsüber in Blätternestern oder Baumhöhlen. Die auch im Ultraschallbereich kommunizierenden Tiere ernähren sich primär von Früchten, Baumharzen und Insekten.
Forschung: Gillian Olivieria, Katerina Guschanskia, Ute Radespiela, Institut für Zoologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover; Elke Zimmermannb, Blanchard Randrianambininab, Solofonirina Rassoloharijaonab, Daniel Rakotondravonyb, Département de Biologie Animale, Université d’Antananarivo, Madagascar
Veröffentlichung in “Molecular Phylogenetics and Evolution”, doi:10.1016/j.ympev.2006.10.026
WWW:
Der Artikel online in “Molecular Phylogenetics and Evolution”
Institut für Zoologie, Tierärztliche Hochschule Hannover
Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Zwei neue Affenarten entdeckt

















Antikörper
