Schokolade verdünnt das Blut
15. November 2006 07:01
Täglich einige Stückchen dunkler Schokolade können sich günstig auf Herz und Kreislauf auswirken. Warum das so ist, glaubt eine amerikanische Medizinerin entdeckt zu haben. Bei der Untersuchung von Studienteilnehmern, die entgegen einer ausdrücklichen Anweisung Schokolade genascht hatten, stellte sie eine leicht gehemmte Blutgerinnung fest.
Bislang werde die positive Wirkung von Schokolade meist mit deren Gehalt an antioxidativen Verbindungen erklärt, so Diane Becker von der Johns Hopkins University in Baltimore. Um auf eine gefäßschützende Dosis dieser Flavonoide zu kommen, müsse man jedoch mehrere Kilogramm Schokolade pro Tag verzehren. Die neuen Resultate lieferten eine plausiblere Erklärung.
“Regelmäßig etwas Schokolade oder heißer Kakao sind wahrscheinlich gut für die Gesundheit”, so die Internistin. “Allerdings sollte man den Konsum in Grenzen halten und vor allem jene Varianten meiden, die reichlich Butter und Zucker enthalten.”
Beckers Entdeckung entspringt einer großen Studie zur Wirkung niedriger Acetylsalicylsäure-Dosen auf die Thrombozyten, die Gerinnungszellen im Blut. Die über 1.200 Teilnehmer waren angewiesen worden, nicht mehr zu rauchen und sich von Lebensmitteln fernzuhalten, die bekanntermaßen die Aktivität der Thrombozyten beeinflussen. Letztlich mussten 139 Teilnehmerinnern und Teilnehmer zugeben, dennoch etwas Schokolade gegessen zu haben.
Wurden die Thrombozyten dieser Teilnehmer durch ein haarfeines Röhrchen geleitet, verklumpten sie binnen 130 Sekunden. Bei Proben der “folgsamen” Teilnehmer war das Röhrchen dagegen schon nach 123 Sekunden verstopft, berichten Becker und ihre Kollegen auf einer Fachtagung in Chicago. Zudem offenbarte eine Urinuntersuchung bei den Naschsüchtigen eine 40 Prozent geringere Konzentrationen von 11-Dehydro-Thromboxan B2, einem Marker für die Aktivität der Thrombozyten.
Forschung: Diane Becker und Nauder Faraday, Departments of Medicine und Anesthesiology and Critical Care Medicine, und Department of Health Policy and Management, Bloomberg School of Public Health, Johns Hopkins University, Baltimore, Maryland; und andere
Präsentation Scientific Sessions 2006 of the American Heart Association, Chicago; #11865
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