Good Vibrations gegen Eis
Mittwoch, 15. November 2006, 20:01 • Rubrik Technik.
So, wie Hunde sich Wasser aus dem Fell schütteln, könnten sich Flugzeuge künftig eisfrei halten. Eine entsprechende Technik haben zwei amerikanische Ingenieure entwickelt. Gefährliches Eis auf den Tragflächen wird dabei mit Hilfe feiner Vibrationen förmlich abgesprengt. Das berichtet das Magazin “New Scientist” in seiner neuen Ausgabe.
Beim Flug durch Wolken können sich die Tragflächen eines Flugzeugs in Sekundenschnelle mit Eis überziehen. Der Eispanzer erschwert die Kontrolle des Vehikels und kann schlimmstenfalls zu einem Abriss der Luftströmung führen, sodass das Flugzeug wie ein Stein vom Himmel fällt. Jedes Jahr sterben schätzungsweise 100 Menschen bei eisbedingten Abstürzen.
Vor allem kleine Maschinen könnten von einer Schütteltechnik profitieren, die Yueh-Jaw Lin und Suresh Venna von der University of Akron entwickelt haben. Die Forscher schlagen vor, Bereiche der Flügelvorderkante mit flächigen Piezoelementen zu bekleben. Wird eine elektrische Wechselspannung an diese Elemente angelegt, dehnen sie sich im Takt der Spannung aus bzw. ziehen sich zusammen. Die resultierende mechanische Spannung genügt, um einen Eispanzer absprengen, ergaben erste Laborversuche.
Lin und Venna schätzen, dass ihr System mit einer Leistung von 10 bis 15 Watt pro Quadratmeter Flügelfläche auskommt. Damit sei die Vibrationstechnik deutlich ökonomischer als beispielsweise das Umleiten heißer Triebwerksluft in die Tragflächen, der Einsatz von Heizelementen oder aufblasbare Gummilippen in den Tragflächen, so das Magazin.
Forschung: Suresh Venna und Yueh-Jaw Lin, Department of Mechanical Engineering, University of Akron, Akron, Ohio
WWW:
New Scientist
Homepage Yueh-Jaw Lin
Gefährliches Eis
Piezoelektrizität
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