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Regen für Afrika

Dienstag, 14. November 2006, 7:01 • Rubrik Klima, Umwelt, Soziales.

Ein Geschenk des Himmels könnte den afrikanischen Staaten helfen, sich gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen. Zu diesem Schluss kommt ein neuer Bericht, den das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) auf der Klimawandel-Konferenz in Nairobi vorgestellt hat. Viele Länder Afrikas könnten demnach die Trinkwasserversorgung und die landwirtschaftliche Bewässerung sicherstellen, wenn sie das episodenhaft fallende Regenwasser auffangen und speichern würden.

Allein Kenia mit seiner Bevölkerung von knapp 40 Millionen Menschen empfange genügend Regen, um den Bedarf von weit über 200 Millionen Menschen zu decken, so eines der Resultate. Und ausgerechnet das unter Dürren und Hunger leidende Äthiopien könnte genügend Regenwasser für 520 Millionen Menschen “ernten”. Ausgearbeitet wurde der Bericht von Fachleuten der UNEP und des World Agroforestry Centre.

“Diese Zahlen sind absolut erstaunlich und dürften für viele eine Überraschung sein”, kommentiert UNEP-Direktor Achim Steiner. “Es muss jedoch betont werden, dass es weder wünschenswert noch realistisch noch umweltbewusst wäre, noch den letzten Regentropfen für menschliche Bedürfnisse aufzufangen.” Zwar werde rund ein Drittel des Regens benötigt, um Wälder, Grasflächen und Gewässer zu erhalten, so die Autoren des Berichts. Dennoch bleibe mehr als genug Wasser, um einen wichtigen Teil der Grundversorgung sicherzustellen.

Daher fordern die beiden Organisationen Regierungen und Geldgeber auf, verstärkt in die entsprechende Technik zu investieren. Günstig in der Anschaffung und problemlos in puncto Installation und Wartung, könnten kleine, dezentrale Sammel- und Speichervorrichtungen vor allem armen Menschen und nicht zuletzt auch Naturschutzgebieten zugute kommen.

“Normalerweise denkt man bei Afrika an einen trockenen Kontinent”, erklärt Dennis Garrity vom World Agroforestry Centre. “Tatsächlich hat Afrika jedoch größere Wasserressourcen pro Kopf der Bevölkerung als Europa.” Die nötige Technik zur Nutzung dieser Ressourcen sei bereits vorhanden. Allein in Deutschland gebe es bereits mehr als eine halbe Million Anlagen. “Dies ist eine Technik, die nicht weiter erforscht und entwickelt werden muss.”

Forschung: United Nations Environmental Programme und World Agroforestry Centre, Nairobi

WWW:
United Nations Environmental Programme
World Agroforestry Centre
Niederschlag in Afrika
Klimawandel und Wasserressourcen
- Beispiel Afrika


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