Nordsee anhaltend warm
13. November 2006 |
Während in Nairobi die Klimawandel-Konferenz der Vereinten Nationen tagt, haben Hamburger Wissenschaftler erneut Rekordtemperaturen in der Nordsee gemessen. Im vergangenen Oktober lag die mittlere Wassertemperatur demnach bei 14,2 Grad Celsius und damit um 2,4 Grad über dem langjährigen Mittel.

Seit Beginn der 90er-Jahre wird eine deutliche Erwärmung des Nordseewassers registriert. Diagramm und Trendlinie: BSH
Der bisherige Oktober-Höchstwert sei noch einmal um fast 1 Grad übertroffen worden, erklärt Hartmut Heinrich vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Isoliert betrachtet, sei der diesjährige nordseeweite Temperaturanstieg eine Folge der Hitzeperiode im Juli und des unverhältnismäßig warmen Septembers. Die Langzeitbeobachtungen zeigten jedoch, dass derart hohe Wassertemperaturen keine Anomalie mehr darstellten, sondern längst die Regel geworden seien.
Seit 1988 befinde sich die Nordsee in der längsten und intensivsten Warmphase seit Beginn der Messungen im Jahr 1873, so Heinrich weiter. Normalerweise hätte sich längst eine Kaltphase einstellen müssen, entsprechend dem üblichen Wechsel zwischen Warm- und Kaltphasen mit einer Periode von 5 bis 15 Jahren. Ein Grund für die Erwärmung sei der Einstrom von immer wärmerem Wasser aus dem Nordatlantik.
Aufgrund des Temperaturanstiegs werde sich der Lebensraum Nordsee spürbar verändern, betont Heinrich. So würden verstärkt Meerestiere und -pflanzen aus der Biskaya einwandern. Meeresbiologen haben bereits festgestellt, dass heimische Arten wie Hummer und Kabeljau in der Nordsee seltener geworden sind, während an warmes Wasser angepasste Arten aus dem Süden immer öfter anzutreffen sind.
Forschung: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Hamburg
WWW:
Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
- Wassertemperaturen in der Deutschen Bucht
The North Sea
Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)
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