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Flamingos haben Schwellkörper im Mund

31. Oktober 2006 | Druckversion

Flamingos schmücken sich mit rosarotem Gefieder und stehen häufig auf einem Bein. Als wäre das nicht genug, haben amerikanische Forscher eher zufällig eine weitere Besonderheit der Vögel entdeckt. Im Maul der Tiere finden sich zwei große Schwellkörper, die möglicherweise bei der Nahrungsaufnahme helfen.

Auch ihre Art zu fressen hebt Flamingos von anderen Vögeln ab. Die Tiere ziehen ihren geknickten Schnabel mit der Oberseite nach unten durchs Wasser, um Algen und kleine Krebse herauszufiltern. Dabei fungiert ihre Zunge gleichzeitig als Sieb und als Pumpe, die den Wasserstrom durch den Schnabel fördert.

“Die Fressgewohnheiten der Flamingos faszinieren die Menschen seit jeher”, erklärt Casey Holliday von der Ohio University. Nach Ansicht des Forschers und seiner Kollegen könnten die prall gefüllten Schwellkörper an der Innenseite des Unterkiefers als Widerlager für die kräftigen Pumpbewegungen der Zunge dienen. Bislang sei niemand auch nur auf die Idee gekommen, dass neben den Knochen eine zusätzliche Stütze nötig seien könnte.

Eigentlich hatten sich Holliday und Kollegen für die Kiefermuskulatur des Kubaflamingos (Phoenicopterus ruber) interessiert. Um diese im Detail abbilden zu können, injizierten die Forscher einem im Zoo gestorbenen Tier eine Latex-Emulsion und eine Bariumsalz-Lösung als Kontrastmittel, um Venen und Arterien für einen Computertomographen sichtbar zu machen. Dessen Schnittbilder setzten sie im Computer zu einem dreidimensionalen Modell zusammen.

Wie die Gruppe im Fachblatt “Anatomical Records” berichtet, ähnelt der Gefäßbaum im Flamingo-Kopf dem bei anderen Vögeln - mit einer Ausnahme: Links und rechts der Zunge liegen am Boden der Mundhöhle große ovale Massen schwammartigen Gewebes, wie es ähnlich auch im männlichen Penis vorkommt. “Wir vermuten, dass es Maul und Zunge stabilisiert und so den Flamingos bei ihrer merkwürdigen Art des Nahrungserwerbs hilft”, erklärt Lawrence Witmer, der Leiter der Gruppe.

Forschung: Casey M. Holliday und Lawrence M. Witmer, Department of Biological Sciences und Department of Biomedical Sciences, College of Osteopathic Medicine, Ohio University, Athens; und andere

Veröffentlichung Anatomical Record Part A, Vol. 288A(10), pp 1031-41, DOI 10.1002/ar.a.20374

WWW:
Witmer Lab
Flamingos
Anatomie des Penis

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Krebse stützen sich auf Luft

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