Posted in: Chemie, Paläontologie 25. Oktober 2006 16:01 Weiter lesen →

Fossilien liefern älteste Pigmente

Komplexe Biomoleküle hat eine amerikanische Geowissenschaftlerin in 350 Millionen Jahre alten Fossilien gefunden. Die orange-gelben Verbindungen stammen aus Seelilien und könnten Einblicke in Lebensweise und Entwicklung der grazilen Schönheiten erlauben.

Foto: Fossil einer Seelilie in ockerfarbenem Gestein zeigt 'Stengel' und 'Blütenkopf'

Seelilien erinnern eher an Blumen als an Tiere. Foto: Kevin Fitzsimons, courtesy of Ohio State University

Zwar würden bei der Versteinerung häufig farbige Mineralien in den Überresten von Lebewesen abgelagert, erläutert Christina O’Malley von der Ohio State University. Die jetzt entdeckten Farbstoffe seien jedoch organisch und sehr wahrscheinlich von den Seelilien selbst produziert worden. Die Forscherin präsentierte ihre Resultate auf dem Jahrestreffen der Geological Society of America in Philadelphia.

Seelilien gehören zur Gruppe der Stachelhäuter und damit in die Verwandtschaft der Seesterne. Wie diese tragen sie mehrere Arme, die jedoch sehr fein gebaut sind und Schwebeteilchen aus dem Wasser filtern. Da sich die Tiere zudem mit einer Art Stiel am Untergrund festheften, erinnern sie eher an Blumen.

O’Malley und ihre Kollegen studierten 60 bis 350 Millionen Jahre alte Fossilien von Seelilien, die in der Schweiz und im US-Bundesstaat Indiana gefunden worden waren. Zunächst zermahlten sie kleine Proben zu einem feinen Pulver und versuchten dann mit verschiedenen Lösungsmitteln, organische Moleküle daraus zu gewinnen. Tatsächlich lieferte jedes einzelne Fossil orange und gelb gefärbte Chinone und andere Verbindungen, die sich von Art zu Art leicht unterschieden.

Diese artspezifische Chemie „könnte uns verstehen helfen, wie längst ausgestorbene Geschöpfe derart produktiv und erfolgreich wurden“, hofft O’Malley. Unklar sei allerdings, ob die Seelilien die Verbindungen tatsächlich zum Zwecke der Färbung produziert hätten. Ebenso denkbar sei beispielsweise, dass sie Fressfeinden den Geschmack verderben sollten.

Forschung: Christina E. O’Malley, William I. Ausich und Yu Ping Chin, Department of Geological Science, Ohio State University, Columbus

Präsentation auf dem 2006 Annual Meeting of the Geological Society of America; #200-6

WWW:
School of Earth Sciences, Ohio State University
Crinoidea
Making Fossils
Chinone

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