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Schützenfische schießen wirtschaftlich

Montag, 9. Oktober 2006, 18:10 • Rubrik Biologie.

Schützenfische kommen zu ihren Mahlzeiten, indem sie Beutetiere mit einem Wasserstrahl aus dem Maul abschießen. Eine Erlanger Arbeitsgruppe hat nun ermittelt, dass die Fische dabei bemerkenswert ökonomisch vorgehen. Je nach Größe der anvisierten Beute, fällt der Strahl mehr oder weniger kräftig aus.

Foto: Zwei silbrige Schützenfische mit schwarzen Flecken dicht unter der Wasseroberfläche

Schützenfische schießen nicht einfach drauflos. Foto: Stefan Schuster, Uni Erlangen

Dabei scheint es sich um ein angeborenes Verhaltensprogramm zu handeln, berichten die Forscher um Stefan Schuster von der Universität Erlangen-Nürnberg im Fachblatt “Current Biology”. Auch wenn die Fische im Labor großgezogen wurden und unabhängig von der Schusskraft stets die gleiche Belohnung erhielten, passten sie die Stärke ihres Wasserstrahls an das Ziel an.

Schützenfische (Gattung Toxotes) sind an den Küsten Südostasiens und Australiens heimisch und fressen von Insekten bis hin zu kleinen Eidechsen eine breite Palette von Beutetieren. Durch Beschuss mit dem Wasserstrahl lassen sie diese von überhängenden Blättern und Zweigen abstürzen und lesen sie dann von der Wasseroberfläche auf. Schuster und seine Kollegen filmten dieses Verhalten mit einer Hochgeschwindigkeitskamera und berechneten aus Geschwindigkeit und Masse des Strahls die jeweils auf die Beute ausgeübte Kraft.

Verblüffenderweise variierte der Wert mit der Körpergröße der Beute, berichten die Forscher. Stets war er etwa zehnmal höher als der Maximalwert, der theoretisch nötig wäre, um ein ahnungsloses Beutetier der jeweiligen Größenordnung von der Unterlage zu lösen. Offenbar ist das Wissen um die mit der Körpergröße steigende Bodenhaftung fest im Gehirn der Schützenfische verankert.

Die evolutionäre Sparsamkeit mache auch durchaus Sinn, schreiben Schuster und seine Kollegen. Wenn ein Schützenfisch auf der Jagd immer wieder Wasserstrahlen produziere, könne sich sein Energieumsatz mehr als verdoppeln.

Forschung: Thomas Schlegel, Christine J. Schmid und Stefan Schuster, Institut für Zoologie II, Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen

Veröffentlichung Current Biology, Vol. 16(19), R836-7, DOI 10.1016/j.cub.2006.08.082

WWW:
AG Schuster
Archer Fishes
If I Were an Archer Fish


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